In der Pflegeausbildung standen 2023 erneut deutlich mehr Ausbildungs- und Studienplätze zur Verfügung als Bewerbungen eingingen. Das zeigt die zweite Erhebungswelle des Pflegepanels des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB). Demnach boten die Einrichtungen nahezu 100.000 Ausbildungsplätze an, von denen jedoch nur 54 Prozent besetzt wurden. Auch die Pflegeschulen verzeichneten einen deutlichen Angebotsüberhang: Rund 83.000 Plätze standen zur Verfügung, 61.500 wurden belegt.
Zu wenig Bewerbungen, fehlende Eignung von Bewerbern
Die Gründe für unbesetzte Plätze variieren nach Versorgungsbereich. Während Pflegeheime und ambulante Dienste vor allem ein mangelndes Bewerbungsaufkommen melden, verweisen Krankenhäuser und Pflegeschulen eher auf fehlende Eignung von Bewerberinnen und Bewerbern. Bei der Auswahl zählen Motivation und persönlicher Eindruck vielerorts mehr als Schulnoten oder formale Vorqualifikationen.
Trotz des Überangebots an Plätzen bietet der anschließende Übergang in den Beruf gute Perspektiven. Nahezu 80 Prozent der Absolventinnen und Absolventen in Krankenhäusern sowie rund zwei Drittel in der stationären und ambulanten Langzeitpflege wurden übernommen, meist unbefristet.
Zudem zeigt das Pflegepanel eine bemerkbare Mobilität innerhalb des Sektors: Schätzungsweise 1.800 Personen wechselten nach ihrem Abschluss aus der Langzeitpflege in Krankenhäuser.
Mehr als 7.200 Verantwortliche wurden befragt
Für die Erhebung befragte das BIBB im Zeitraum von Anfang bis Ende 2024 mehr als 7.200 Ausbildungsverantwortliche zur beruflichen und hochschulischen Pflegeausbildung zum Bezugsjahr 2023. Davon kamen 6.276 aus ausbildenden Einrichtungen, 925 aus Pflegeschulen und 46 aus Hochschulen mit pflegepraktischem Anteil.
Ein Bericht zur dritten Erhebungswelle im Pflegepanel wird Ende 2026 erwartet.