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Pflegedokumentation

Digitale Doku: BGW sieht Fortschritte und Lücken

Die BGW hat in einer Feldstudie sechs Softwarelösungen zur digitalen Pflegedokumentation untersucht. Ergebnisse zeigen Fortschritte, aber auch weiterhin deutliche Schwächen.

Digitale Pflegedokumentation in stationären Einrichtungen hat sich seit 2018 verbessert, weist aber weiterhin deutliche Schwächen auf. Das geht aus einer neuen Feldstudie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) hervor. Für die Untersuchung prüfte die BGW sechs gängige Softwarelösungen in zwölf stationären Altenpflegeeinrichtungen. Pflegekräfte hatten die Programme hinsichtlich der Abbildung des Strukturmodells, ihrer ergonomischen Gestaltung und der Praxistauglichkeit bewertet.

Verbesserte Modellabbildung, aber Gestaltungsprobleme

Die Umsetzung des Strukturmodells schnitt insgesamt besser ab als im Test von 2018. Bei der ergonomischen Gestaltung zeigte sich jedoch, dass vier der sechs Programme nur rund zwei Drittel der anerkannten Gestaltungsprinzipien erfüllen. Dazu zählten laut BGW unter anderem fehlende Sicherheitsabfragen, uneinheitlich platzierte Bedienelemente und zu viele Klickwege. Diese Faktoren könnten "den Arbeitsalltag erschweren", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht.

Pflegekräfte zufrieden – aber mit Vorbehalten

Im Praxistest traten nur wenige Bedienfehler auf. Dennoch äußerten die 39 beteiligten Pflegekräfte mehrfach Kritik. Sie bemängelten "überflüssige und repetitive Auswahlmöglichkeiten", "störende Pop-ups" und eine unzureichende Rechtschreibprüfung. Positiv bewerteten sie dagegen zeitsparende Shortcuts, Mouseover-Erklärungen, Statusampeln und visuelle Rückmeldungen.

Empfehlungen für Hersteller und Einrichtungen

Die BGW sieht weiteres Potenzial, Software stärker an den Bedarfen der Nutzenden auszurichten. Herstellern wird empfohlen, ergonomische Standards konsequenter umzusetzen, Pflegepersonal frühzeitig einzubeziehen und Programme regelmäßig unter Praxisbedingungen zu testen. Einrichtungen sollten vor einer Beschaffung Anforderungen gemeinsam definieren und Mitarbeitenden die Möglichkeit zur Erprobung geben.

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