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Personalmangel

OP-Pflege in der Zeitarbeit: Viel unterwegs, aber besser bezahlt

Lars Gröning

Operationen, die ausfallen, oder verschoben werden müssen, kosten Kliniken viel Geld, welches die belasteten Krankenhauskassen aber dringend benötigen. Lars Gröning (40), OP-Pfleger mit über 10 Jahren Erfahrung, ist täglich mit den Folgen des Personalmangels konfrontiert. Zeitarbeit kann helfen, wird aber oft kritisch gesehen. Im Interview erklärt er die Gründe für den Pflegenotstand und seinen Wechsel in die Zeitarbeit.

Lars, du bist seit 10 Jahren im OP tätig, wie bist du dazu gekommen?

Nach meiner Ausbildung zum Krankenpfleger war ich 8 Jahre lang Berufssoldat bei der Marine und bin dann, nach meiner Bundeswehrzeit, ins Bundeswehrkrankenhaus gewechselt. Über den Berufsförderungsdienst hatte ich anschließend die Möglichkeit die Fachweiterbildung zum OP-Pfleger zu machen.

Kannst du den Pflegenotstand aktiv wahrnehmen und welche Gründe hat dieser deiner Meinung nach?

Ja natürlich, ansonsten wären Zeitarbeitskräfte nicht nötig. Säle werden geschlossen, OPs abgesagt, und das spüren wir täglich. In der Klinik, in der ich derzeit arbeite, gibt es acht PatientInnen, die vier Säle, und entsprechend Personal benötigen. Die Gründe sind aus meiner Sicht die Arbeitsbedingungen und das Gehalt in der Festanstellung. Man fühlt sich oft nicht wertgeschätzt.

Haben sich deine Erwartungen an die Zeitarbeit erfüllt?

Ich bin ohne große Erwartungen in die Zeitarbeit gegangen, habe aber gehört, dass es lukrativer sein soll – man ist zwar seltener zu Hause, verdient aber tatsächlich wesentlich besser und hat am Ende insgesamt deutlich mehr Freizeit, das schätze ich sehr. Interessierten Personen kann ich nur anraten, mit den Mitarbeitenden der Zeitarbeitsfirmen zu sprechen, wenn sie vor Ort sind

Susanne Grube, Leitung Vertrieb Pflege, doctari Pflege GmbH, sagt dazu:

„Seit 2022 sehen wir einen Nachfrage-Anstieg nach OP-Personal. Operationen, die nicht stattfinden, bedeuten PatientInnen, die weiter auf ihre Behandlung warten und fehlende Einnahmen für Kliniken. Alle Seiten verlieren. Auch wir als Personaldienstleister spüren den Mangel, können mit einem großen Pool qualifizierter Fachkräfte aber bundesweit Operationssäle am Laufen halten und somit die größte Not lindern.“ 

Die Nachfrage nach OP-Pflegekräften ist 2023, im Vergleich zu 2022, um 10 % gestiegen – 2024 ist sie aktuell sogar 38 % höher als 2022. Parallel zur allgemeinen Nachfrage hat auch der Anteil der OP-Pflege-Anfragen zugenommen: 2022 lag der Anteil bei 16 %, 2023 bei 24 % und 2024 bei sogar 27 %.

In unserem kürzlich erschienenen Whitepaper gehen wir weiteren Vorurteilen gegenüber der Zeitarbeit auf den Grund.

Besuchen Sie auch gerne unsere Website, um sich einfach und unverbindlich als Fachkraft, Arzt oder Ärztin zu registrieren.

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