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COVID-19

Wie das Coronavirus die Pflege beeinflusst

Welche Auswirkungen haben die COVID-19-Maßnahmen auf die tägliche pflegepraktische Arbeit? Eine Zusammenfassung der aktuellen Lage.
Welche Auswirkungen haben die COVID-19-Maßnahmen auf die tägliche pflegepraktische Arbeit? Eine Zusammenfassung der aktuellen Lage.

Die Ausbreitung der Corona-Pandemie stellt die pflegerische und medizinische Versorgung vor eine nie dagewesene Herausforderung. Wir fassen aus verschiedenen Blickwinkeln zusammen, welche konkreten Auswirkungen COVID-19-Maßnahmen auf die tägliche pflegepraktische Arbeit haben, etwa wenn es um das Wiederverwenden von Schutzmasken oder geänderte Quarantäne-Empfehlungen geht.

Um das Gesundheitssystem und die Pflege im Kampf gegen das Coronavirus hierzulande zu unterstützen, hat der Bundesrat im Eilverfahren Ende März das "COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz" gebilligt. Damit sollen etwa die wirtschaftlichen Folgen für Kliniken aufgefangen werden. Relevant für die praktische Pflege sind v. a. 2 Punkte:

  1. Damit Stationen arbeitsfähig bleiben, soll das Personal flexibler eingesetzt werden können. Die Pflegepersonaluntergrenzen werden rückwirkend zum 1. März 2020 für 6 Monate ausgesetzt.
  2. Die Dokumentationspflicht reduziert sich. Qualitätsprüfungen werden ab sofort zunächst bis 30. September 2020 ausgesetzt.

Ein erster Entwurf des Gesetzes hatte zu massiver Kritik aus der Gesundheitsbranche geführt. Doch auch die jetzt beschlossene Version bleibt hinter den Erwartungen von Pflegenden zurück. Dem Verband der Pflegedirektorinnen und Pflegedirektoren der Universitätskliniken und Medizinischen Hochschulen Deutschlands (VPU) als auch der Pflegekammer Rheinland-Pfalz gehen die beschlossenen Maßnahmen nicht weit genug.

So bemängelt Kammerpräsident Markus Mai etwa: "Auch die festgelegten patientenbezogenen Pauschalen für Schutzausrüstungen von 50 Euro sind angesichts der jetzt schon fast 20-mal so hohen Preise bei Weitem nicht ausreichend und bedürfen (…) einer schnellen Anpassung."

Wie dramatisch der Mangel an Schutzausrüstung v. a. in der Langzeitpflege bereits ist, verdeutlicht etwa die Pflegekammer in Schleswig-Holstein: "Es fehlt an allen Ecken und Enden an geeigneter Schutzausrüstung wie Mundschutz, Einmalhandschuhen und Desinfektionsmitteln, um sich selbst, aber auch die besonders gefährdeten älteren Menschen in der ambulanten und stationären Langzeitpflege vor einer Infektion zu schützen.“

Schutzausrüstung richtig an- und ausziehen

Sofern möglich, sollten Pflegende darauf achten, geltende Hygiene- und Präventionsmaßnahmen einzuhalten. Dazu zählt u. a. auch die Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) bestehend aus Schutzkittel, Einweghandschuhen, dicht anliegender Atemschutzmaske (FFP2 bzw. FFP3 oder Respirator bei ausgeprägter Exposition gegenüber Aerosolen, z. B. bei Bronchoskopie oder anderen Tätigkeiten, bei denen Aerosole entstehen können) und Schutzbrille.

Wie Pflegende eine Schutzausrüstung korrekt an- und ausziehen, zeigt ein Video des Klinikums Kassel. Dort ist auch zu sehen, wie eine Maske abgelegt werden muss, um sie wiederverwenden zu dürfen:

 

Wiederverwendung von Schutzmasken

Angesichts der knappen Ressourcen von Schutzmaterialien für Pflegende hat das Robert Koch-Institut (RKI) bereits Mitte März Hinweise für den "ressourcenschonenden Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken" veröffentlicht.

Darin enthalten sind auch Empfehlungen, unter welchen Umständen MNS und FFP-Masken wiederverwendet werden könnten. So heißt es z. B.: "Bei der Wiederverwendung ist zu beachten, dass das Absetzen der Maske/ des MNS so zu erfolgen hat, dass hierdurch eine Kontamination der Maske/des MNS (vor allem der Innenseite) bzw. eine Kontamination des Gesichtes verhindert wird, z. B. durch eine vorherige Handschuhdesinfektion oder ein entsprechendes Handschuhmanagement (z. B. Mehrfachhandschuhe)."

Außerdem hat das RKI seine Empfehlungen für COVID-19-Kontaktpersonen unter medizinischem Personal gelockert und an Situationen mit "relevantem Personalmangel" angepasst.

Pflegende sehen die aktuellen RKI-Empfehlungen durchaus sehr kritisch.

RKI lockert Empfehlungen für Pflegende

So geht aus den "Optionen zum Management von Kontaktpersonen unter medizinischem Personal bei Personalmangel" u. a. hervor, dass Pflegende z. B. nach engem ungeschütztem Kontakt zu COVID-19-Erkrankten nicht mehr so lange in Quarantäne müssen und bei dringendem Bedarf arbeiten dürfen – solange keine Symptome auftreten.

Grundsätzlich sind die Empfehlungen des RKI eine gute Orientierungshilfe für Pflegende. Genau als solche sind sie auch zu bewerten: als Empfehlung und zur Orientierung – nicht mehr und nicht weniger. Denn pflegerechtlich spielen sie nur am Rand eine Rolle. Dennoch sollten Pflegende wissen, welche Rechte und Pflichten sie jetzt in der Coronavirus-Pandemie haben. Auch zu Fragen der richtigen Desinfektion, Abfallentsorgung oder welche persönlichen Schutzmaßnahmen jetzt wichtig sind, gibt das RKI Empfehlungen. Die wichtigsten Empfehlungen für Pflegende gibt es hier zusammengefasst.

Intensivpflege bereitet sich vor

Mit Unterstützung des Bundesgesundheitsministeriums soll die Zahl der Beatmungsplätze in der Intensivpflege von rd. 25.000 auf rd. 50.000 verdoppelt werden. Um das Arbeitspensum dann überhaupt noch schaffen zu können, müssen sich v. a. Intensivpflegende neu organisieren und nach Eskalationsstufen arbeiten. In der Hochphase der Corona-Epidemie, die Deutschland erst in den nächsten Tagen oder Wochen erreicht, wird eine hochqualifizierte Pflegefachperson bis zu 6 Intensivpatientinnen und -patienten versorgen müssen. 

Wichtige Informationsseiten für Pflegende

HINWEIS

Der Beitrag beruht auf Erkenntnissen vom 31. März 2020, gibt lediglich eine Auswahl der pflegerelevanten Maßnahmen wieder und erhebt daher keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Quellen des Textes sind die jeweiligen verlinkten Webseiten und Beiträge. Ein Themen-Special zum Coronavirus mit uneingeschränktem Zugriff auf diese ausführlichen Beiträge, weitere Artikel und ein E-Learning zum Umgang mit COVID-19 gibt es auf BibliomedPflege. 

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