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Langzeitpflege

Dramatischer Mangel an Schutzausrüstung

Pflegeverbände äußern sich immer besorgter über den Notstand an geeigneter Schutzausrüstung für Pflegepersonal wie Mundschutz, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmittel. Die ambulanten und stationären Einrichtungen in der Langzeitpflege seien "mit einem dramatischen Notstand konfrontiert", betonte etwa die Pflegekammer Schleswig-Holstein am Donnerstag.

"Es fehlt an allen Ecken und Enden (…). Die derzeitige Situation ist absolut paradox", sagte Kammerpräsidentin Patricia Drube. "Alles bereitet sich auf die Versorgung von Intensivpatienten vor. Gleichzeitig können die Schutzmaßnahmen, die dazu beitragen, dass besonders gefährdete Menschen gar nicht erst zu Intensivpatienten werden, nicht gewährleistet werden."

Die Kammer erreichten derzeit "viele verzweifelte Mails und Anrufe von Pflegediensten und -einrichtungen".

Drube fordert Sozialministerium zum Handeln auf

Eine zentrale Stelle beim Sozialministerium müsse sich während der Coronavirus-Krise kontinuierlich um die Bedarfserhebung sowie die Beschaffung von Schutzausrüstung kümmern, forderte Drube angesichts des dramatischen Mangels an Schutzausrüstung.

Aktuell müsse das Material zentral bestellt werden, das in 2-3 Wochen benötigt werde. Eine mittelfristige Lagerhaltung könne man sich derzeit nicht leisten.

Eine Verteilung an die Krankenhäuser und die Arztpraxen reiche nicht aus, so die Kammerpräsidentin. "Es kann und darf nicht sein, dass das vorhandene Schutzmaterial nicht an alle an der Gesundheitsversorgung beteiligten Institutionen bedarfsgemäß und gleichberechtigt verteilt wird."

Im Moment seien viele Pflegende gezwungen, Patientinnen und Patienten mit unzureichender Schutzausrüstung zu versorgen. "Es ist nicht akzeptabel, dass sie ohne ausreichenden Schutz arbeiten"“, kritisierte Drube weiter. Damit riskiere man eine Infektion des vorhandenen Pflegepersonals mit der Gefahr, dass die ohnehin dünne Belegschaft weiter geschwächt werde. "Wir wissen, dass dies außergewöhnliche Zeiten sind", sagt Drube, "aber der Schutz gefährdeter Personengruppen und des pflegerischen Personals muss absolute Priorität haben".

DBfK kritisiert: Pflegende in der Langzeitpflege allein gelassen

Auch der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) sieht jetzt Länder und Kassen in der Pflicht. Immer verzweifelter suchten Pflegeeinrichtungen nach Schutzausrüstung. "Hilfe scheint nicht in Sicht, denn es gibt Schwierigkeiten bei der Beschaffung und der Verteilung", teilte der DBfK mit.

Dort wo potenzielle Krankenhausfälle verhindert werden könnten – in der ambulanten und stationären Langzeitpflege – lasse man die Pflegenden allein. Deshalb forderte der DBfK die Landesregierungen auf, die für das Koordinieren der Versorgung der Langzeitpflegeeinrichtungen zuständigen Stellen so auszustatten, dass sie ihrem Auftrag nachkommen könnten.

"Am Schutz derjenigen, die vor Ort die Pflege der CoViD-Infizierten und -Erkrankten sicherstellen und damit einem besonders hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, dürfen keinerlei Abstriche gemacht werden", betonte der Pflegeverband. Eine verlässliche und sichere Pflege zu gewährleisten, sei nicht allein das Problem von Pflegediensten, Pflegeheimen und der dort arbeitenden Menschen, sondern durchaus auch der Landesbehörden sowie der Pflege- und Krankenkassen.

Erst am Dienstag berichtete der Spiegel darüber, dass bei der Beschaffung von in Deutschland dringend benötigten Atemmasken 6 Mio. bestellte Masken "abhandengekommen" seien.

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