Pflegende in Schleswig-Holstein haben am Donnerstag für bessere Arbeitsbedingungen am Universitätsklinikum (UKSH) demonstriert. Die Polizei sprach nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur von etwa 1.000 Teilnehmenden.
Auf Plakaten war u. a. zu lesen: "Eine Schwester wird schon reichen, pflegt am Ende nur noch Leichen" oder "Lost in USKH – Azubi allein auf Station". Zu der Demonstration in der Innenstadt und einer Kundgebung vor dem Landtag hatte die Gewerkschaft Verdi aufgerufen.
Unbefristeter Ausstand droht
An beiden UKSH-Standorten in Kiel und Lübeck droht ein unbefristeter Ausstand. Die Gewerkschaftsmitglieder unter ihnen können noch bis kommenden Mittwoch an einer <link https: www.bibliomed-pflege.de alle-news detailansicht _blank external-link-new-window>Urabstimmung über einen unbefristeten Streik votieren. Für einen Streik sind 75 % Zustimmung nötig.
Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen im Landtag, Marret Bohn, hatte einen externen Schlichter vorgeschlagen, um einen Ausstand zu vermeiden. FDP-Fraktionschef Christopher Vogt hält das allerdings noch für verfrüht. Erst müsse man das Ergebnis der Urabstimmung abwarten.
Kammer solidarisiert sich mit Pflegenden
Unterdessen zeigte sich die Pflegeberufekammer im Land solidarisch mit den Pflegenden am UKSH. "Die Pflegenden am UKSH erleben einen chronischen Personalmangel und eine Arbeit in ständiger Unterbesetzung", sagte Kammerpräsidentin Patricia Drube. Mit der Großdemonstration in Kiel und der geplanten Urabstimmung über einen unbefristeten Streik zögen sie die Notbremse. Sie kämpften nicht für sich, sondern für eine bessere Patientenversorgung. Die Situation sei die Konsequenz einer seit Jahren verfehlten Krankenhauspolitik. Wenn Politik und Kliniken jetzt nicht gegensteuerten, liefen sie Gefahr, noch mehr Pflegepersonal zu verlieren.
Das UKSH hat bisher angeboten, 182 zusätzliche Mitarbeitende einzustellen. Aus Verdi-Sicht werden 420 benötigt, um eine angemessene Pflege gewährleisten zu können.
Das Uniklinikum in Schleswig-Holstein beschäftigt insgesamt mehr als 3.000 Pflegende.