Das Kinderkrebszentrum der Charité – Universitätsmedizin Berlin nimmt derzeit keine neuen Patientinnen und Patienten auf. Grund sei der akute Personalmangel in der Pflege, sagte Charité-Vorstandsmitglied Ulrich Frei im rbb-Inforadio. Diese Entscheidung sei den Verantwortlichen nicht leicht gefallen.
Derzeit sei jede fünfte Stelle in der Kinder-Onkologie nicht besetzt. De facto fehlten 10 von 50 Mitarbeitenden – vor allem in der Pflege.
Mit diesem Personalbestand könnte das Kinderkrebszentrum lediglich die laufenden Behandlungen und Chemotherapien sichern. Für weitere Patientenaufnahmen gebe es aber "keine Ressourcen mehr", sagte Frei weiter im rbb.
Neu an Krebs erkrankte Kinder und Jugendliche würden an andere Behandlungszentren vermittelt, beispielsweise nach Berlin-Buch, Cottbus oder Hannover.
Spezial-Pflegekräfte fehlen bundesweit
Frei ist jedoch zuversichtlich, dass in der Weihnachtswoche der aktuelle Engpass überwunden sei. Dann würden 3 Spezial-Pflegekräfte in die Kinder-Onkologie zurückkehren. Solche spezialisierten Pflegefachpersonen fehlten überall, mahnte Frei. "Die kann man auch nicht durch Personal aus dem Ausland so leicht ersetzen."
Der hohe Personalbedarf können ohne Pflegekräfte aus dem Ausland nicht gedeckt werden, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in der vergangenen Woche als er die neue Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) vorstellte.
Bereits im vergangenen Jahr sorgte die Kinderintensivstation der Medizinischen Hochschule Hannover bundesweit für Schlagzeilen, weil dort aufgrund des Pflegepersonalmangels Betten leer blieben.