Die Zahl der Beschäftigten im Pflegedienst an deutschen Krankenhäusern ist in den vergangenen Jahren so stark gestiegen wie noch nie. Trotzdem bleibt der Personalmangel in der Pflege eine der größten Herausforderungen im Gesundheitssystem. Das geht aus dem Fachkräftemonitoring 2026 der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) hervor, das am Donnerstag auf dem DRG|FORUM in Berlin vorgestellt wurde.
Erstmals mehr als 400.000 Beschäftigte in der Pflege
Mit rund 40 Prozent seien Pflege(fach)personen die größte Berufsgruppe in den Krankenhäusern. Umgerechnet in Vollzeitstellen sei ihre Zahl in den vergangenen zehn Jahren um rund 90.000 auf fast 409.000 im Jahr 2024 gestiegen – erstmals über die Marke von 400.000.
Auch die Zahl der Auszubildenden in der Pflege sei auf einem "Allzeithoch": Dem Monitoring zufolge schlossen allein 2024 rund 37.000 Auszubildende ihre Pflegeausbildung ab; 2025 begannen 64.300 Menschen eine Pflegeausbildung - ein "Rekordwert und mehr als acht Prozent im Vorjahr".
Trotz dieser deutlichen Zuwächse warnt die DKG vor einer "trügerischen Entspannung". Der demografische Wandel werde die Kliniken in den kommenden Jahren hart treffen: Bis 2035 schieden rund 300.000 Beschäftigte altersbedingt aus – ein Großteil davon in der Pflege. Bereits heute stehe der Aufbau neuer Kapazitäten im Missverhältnis zum wachsenden Versorgungsbedarf einer alternden Bevölkerung.
Hohe Bürokratie durch Personalbemessung
Ein zusätzlicher Belastungsfaktor sei der bürokratische Aufwand der Personalbemessung. Laut Studie bemängeln 96 Prozent der Kliniken eine zu hohe Bürokratie, 89 Prozent halten die Instrumente für unausgereift und weniger als die Hälfte ist überzeugt, dass die Instrumente hilfreich sind, um die Personalausstattung in der direkten Patientenversorgung zu sichern.
Obwohl wieder mehr Menschen in Krankenhäusern arbeiteten, bleibe der demografisch bedingte Fachkräftemangel eine große Herausforderung, resümierte die stellvertretende DKG-Vorstandsvorsitzende, Henriette Neumeyer. Zudem erschwerten politische Vorgaben die Lage: Nahezu alle Kliniken kritisierten den hohen bürokratischen Aufwand bei Personalbemessungsinstrumenten. Um die Versorgung künftig zu sichern, brauche es daher spürbare Entbürokratisierung, damit Beschäftigte mehr Zeit für ihre eigentliche Arbeit haben, so Neumeyer.