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Pflegepolitik

DPR wirft GKV "irreführende" Pflege-Zahlen vor

Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen (GKV-Spitzenverband) argumentiert mit vermeintlich falschen Zahlen zum Pflegepersonal in Krankenhäusern – so zumindest der Vorwurf des Deutschen Pflegerats (DPR). "Der GKV-Spitzenverband wirft eine irreführende Zahl in die Diskussion um die Personalausstattung in deutschen Krankenhäusern. (…) Es soll anscheinend das gravierende Pflege-Personalproblem bagatellisiert werden", sagte DPR-Präsident Franz Wagner am Mittwoch in Berlin.

Auslöser dieser Kritik ist eine Aussage des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg. Dieser sagte Ende vergangener Woche in einer Mitteilung des Verbands: "Wir haben in Deutschland rund 12 Klinik-Pflegekräfte pro 1.000 Einwohner, während es im EU-Durchschnitt lediglich gut 8 sind. Bei diesem überdurchschnittlich guten Verhältnis sollten wir eigentlich keine Pflegeprobleme in den Kliniken haben – haben wir aber."

Um auf die Zahl von 12 Pflegenden zu kommen, vertausche der Verband "fahrlässig Köpfe mit Stellen", kritisierte Wagner. Von Stackelbergs Berechnungen basierten auf der Zahl der angestellten Mitarbeiter, ohne diese in Vollzeitäquivalente umzurechnen.

Eine solche Berechnung würde lediglich ein Verhältnis von 4 Vollzeitkräften im Pflegedienst der Krankenhäuser pro 1.000 Einwohner ergeben. Ein seriöser internationaler Vergleich zur Personalausstattung sei jedoch nur im Verhältnis Pflegefachperson in Vollzeit zu Krankenhausbett möglich, so der DPR-Chef.

50.000 Mitarbeiter fehlen in der Pflege

Und weiter: "Der GKV-Spitzenverband täte gut daran, die Diskussion um die unzureichende Personalausstattung in deutschen Krankenhäusern nicht mit fehlerhaften Zahlen zu behindern."

In den deutschen Krankenhäusern fehlen nach Schätzung des DPR 50.000 Mitarbeiter in der Pflege. "Hierzu braucht es endlich Lösungen und keine Spiegelgefechte mit irreführenden Zahlen", forderte der DPR-Präsident.

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