Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest hat am Freitag ein Positionspapier veröffentlicht, in dem er eine tarifvertragliche Vergütung für Pflegende in der Langzeitpflege fordert. Bislang seien die Löhne "häufig völlig inakzeptabel", heißt es darin. Die Entlohnung solle sich mindestens auf dem Niveau des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst bewegen.
Nicht tarifgebundene Pflegeunternehmen müssten derzeit meist niedrigere Vergütungen für ihre Leistungen mit den Kostenträgern vereinbaren als tarifgebundene Unternehmer. Denn mit geringeren Personalkosten könnten auch die pflegerischen Leistungen zu niedrigeren Preisen angeboten werden. Die Mitarbeiter würden folglich nicht tarifgleich entlohnt. Das sei ein klarer Wettbewerbsnachteil mit Auswirkungen auf die Qualität der Pflege und die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter.
Ein flächendeckend einheitlich hohes Lohnniveau würde weg von dem bisherigen Preiswettbewerb hin zu einem Qualitätswettbewerb der Pflegeleistungen führen.
"Damit sich schnell etwas ändert, sind Politik und Arbeitgeber aufgefordert Hand in Hand zu arbeiten statt sich nur wie bisher mit warmen Worten rauszureden. Nur so lässt sich auf hohem Niveau pflegen, das Personalproblem in der Pflege lösen und die Attraktivität des Berufes steigern", sagte der Vorstandsvorsitzende des DBfK Nordwest, Martin Dichter.