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Pflege nun doch Wahlkampfthema

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Knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl fordert die SPD mehr Lohn und Anerkennung für Pflegende. Gute Leistung, hohe Kompetenz und gesellschaftlich wichtige Arbeit müssten auch gut bezahlt werden, heißt es in einem entsprechenden Fünf-Punkte-Programm zur Aufwertung sozialer Berufe. Das gelte für Beschäftigten in der Pflege, Kinderbetreuung und Sozialarbeit, wie die Bundesministerinnen Katharina Barley und Andrea Nahles zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer am Donnerstag in Mainz bekannt gaben.

Dazu gehöre neben höheren Löhnen auch die Zahlung einer Vergütung während einer gebührenfreien Ausbildung, Perspektiven für den beruflichen Aufstieg, Schutz vor vermeidbaren Belastungen und bessere Personalschlüssel sowie das Bemühen, mehr Männer als bisher für soziale Berufe zu gewinnen.

Der Deutsche Pflegerat (DPR) und die Gewerkschaft Verdi begrüßen die Initiative. Für die beruflich Pflegenden sei insbesondere wichtig, dass die Arbeitsbedingungen verbessert würden, betonte DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus am Donnerstag in Berlin. "Wir brauchen dringend mehr Pflegepersonal in den Einrichtungen, sonst überlasten wir auf Dauer die engagierten Mitarbeiter." Neben mehr Personal sei aber auch die zügige Festschreibung von Mindestpersonalvorgaben im Krankenhaus nötig. 

Verdi-Chef Frank Bsirske sagte: "Nahles, Barley und Dreyer adressieren genau die Punkte, wo Veränderungen am dringendsten sind."

Kritik kam indes von den Grünen. Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt sagte, die SPD führe das Arbeitsministerium mit Ausnahme einer vierjährigen Unterbrechung seit 1998 und hätte demnach Zeit genug gehabt, dafür zu sorgen, dass niedrige Löhne die soziale Ungleichheit in Deutschland nicht weiter verschärften.

Erst kürzlich hatten die Deutsche Stiftung Patientenschutz und das Zentrum für Qualität in der Pflege beklagt, dass der Wahlkampf Pflegethemen vernachlässige.

 

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