• Praxis
Interview mit der Pain Nurse des Jahres 2013

"Auszeichnung ist Lohn und Ansporn gleichermaßen"

Anke Hahnenberger ist im vergangenen Jahr als Pain Nurse des Jahres ausgezeichnet worden. Wir wollten von ihr wissen, warum ihr Schmerzmanagement am Herzen liegt und welche Projekte in Zukunft auf Ihrer Agenda stehen.

Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung „Pain Nurse des Jahres 2013"?

Ich habe mich im vergangenen Oktober, nach einer aufregenden Nominierungszeit im Vorfeld, sehr darüber gefreut, dass die „Wahl zur Pain Nurse des Jahres 2013" auf mich gefallen ist und ich als zweite Pflegende, nach Herrn Raimond Ehrentraut die erste weibliche Pflegefachperson war, die mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. Aus meiner Sicht ist es enorm wichtig, dass es Plattformen wie diese für Pflegende gibt, auf denen wir die Möglichkeit bekommen unsere Projekte im Bereich der Schmerztherapie der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Auszeichnung „Pain Nurse des Jahres 2013" zu erhalten, habe ich als Lohn für meine Arbeit in den vergangenen Jahren gesehen. Sie spornt mich auch für die Zukunft an, weiterhin die Versorgung von Schmerzpatienten im Helios Klinikverbund zu optimieren.

Beschreiben Sie bitte kurz Ihr Gewinnerkonzept. Was ist das Besondere daran?

In den vergangenen vier Jahren habe ich acht stationäre multimodale Schmerzkliniken in unserem Verbund aufgebaut. Damit konnte ich die Versorgung von chronischen Schmerzpatienten im norddeutschen Raum deutlich verbessern. Ich durfte im Vorfeld in zwei erfolgreich laufenden Schmerzkliniken in Bayern und Thüringen hospitieren und habe im Nachhinein ein für unsere Klinik passendes 14 -tägiges multimodales Schmerztherapiekonzept entwickelt. Das Besondere daran war, dass die Entscheidungsträger Vertrauen hatten und Verantwortung und Durchführung der Aufbauarbeiten komplett in die Hände einer Pain Nurse legten. Und das mit Erfolg!

Welchen Anforderungen muss eine gute „Pain Nurse" gerecht werden?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass eine Pain Nurse in der Versorgung von chronischen Schmerzpatienten über eine hohe Empathiefähigkeit gegenüber Patienten und Mitarbeitern verfügen sollte – zusätzlich zu der vorausgesetzten Fachkompetenz. Aufgrund der vielschichtigen Einsatzgebiete von Pain Nurses ist zudem ein großes Maß an Organisationstalent und Stresstoleranz notwendig, um den komplexen Aufgaben zu genügen. Um es bildlich zu beschreiben, sollte die Pain Nurse in der stationären multimodalen Schmerztherapie „Der Fels in der Brandung" sein. Eine ausführliche Antwort auf diese Frage gebe ich in meinem Artikel „Der Stellenwert von Pflegekräften in der stationären multimodalen Schmerztherapie".

Wie sind Sie zum Schmerzmanagement gekommen und warum haben Sie sich darauf spezialisiert?

Während meiner Zeit als Stationsleitung auf der Neurochirurgie in unserer Klinik habe ich mir immer wieder Gedanken über ein umfassendes Schmerzmanagement in meinem neurochirurgischen Akutschmerzbereich gemacht. Im Jahr 2008 habe ich schließlich die Weiterbildung zur Pain Nurse absolviert und kam mit vielen neuen Ideen und Eindrücken für eine optimale Schmerzbehandlung im medikamentösen und nichtmedikamentösen Therapiebereich zurück auf meine Station. Genau zu diesem Zeitpunkt wurde dann durch die damalige Geschäftsführung eine Pflegefachperson für die Leitung einer Schmerzklinik zur Versorgung von chronischen Schmerzpatienten gesucht. Diese Chance habe ich genutzt. Durch das hohe Interesse und die umfassende Unterstützung der damaligen Geschäftsführung und des Chefarztes der Anästhesie, konnte ich Einblicke in verschiedene Therapieoptionen für chronische Schmerzpatienten gewinnen und aus meinen Eindrücken ein eigenes Therapiekonzept für unsere Klinik auf die Beine stellen. Nach intensiver Auseinandersetzung mit der Thematik „Versorgung von chronischen Schmerzpatienten in Deutschland" und dank des entgegengebrachten Vertrauens der damaligen Entscheidungsträger in unserer Klinik wird das Konzept seit 2009 erfolgreich umgesetzt sowie stetig an den Wandel der Zeit angepasst und optimiert. Seitdem die Aufbauarbeiten von Schmerzkliniken in unserem Klinikverbund im Dezember 2013 abgeschlossen worden sind, arbeite ich wieder ausschließlich als pflegerische Leitung der Schmerzklinik im Klinikum Hildesheim mit chronischen Schmerzpatienten. Ich freue mich sehr darüber an meine ursprüngliche Tätigkeit als Pain Nurse anknüpfen zu können und chronische Schmerzpatienten auf Ihrem Weg zu einem „schmerzarmen" Leben, unter dem Motto: „Wer den Schmerz zum Gegner hat, braucht eine starke Gemeinschaft" in unserem multimodalen Schmerzteam begleiten zu können.

Was wollen Sie künftig noch verändern oder voranbringen?

Die nächste Aufgabe der ich mich in unserer Klinik widmen möchte, ist die Einführung und Umsetzung des Expertenstandards „Schmerzmanagement in der Pflege bei chronischen Schmerzen", der voraussichtlich im Frühjahr 2014 veröffentlicht wird. Zudem gilt es weiterhin mit dem Chefarzt der Anästhesie und dem ärztlichen Leiter der Schmerzklinik an einem Konzept für die Einbindung von Pain Nurses in den Akutschmerzbereich unserer Klinik zu arbeiten. Nachdem ich im Jahr 2013 das DOLORES –Konzept (Angst-, Schmerzkonzept für Kinder) in Zusammenarbeit mit Raimond Ehrentraut erfolgreich in unserer Kinderklinik eingeführt habe, plane ich im Jahresverlauf eine Evaluation zur Erbringung eines Effektivitätsnachweises. Ich bin gespannt und freue mich darauf, welche neuen Herausforderungen im Bereich der Versorgung von Schmerzpatienten in den Helios Kliniken und insbesondere an meinem Standort in Hildesheim in Zukunft auf mich warten!

Vielen Dank für das Gespräch, Frau Hahnenberger.

 

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