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Personalmangel in der Pflege

Hohe Zahl an Bettensperrungen

Damit Pflegepersonaluntergrenzen eingehalten werden können, müssen mittlerweile 37 % aller Kliniken Betten auf Intensivstationen schließen. Das geht aus den Zwischenergebnissen des Krankenhaus Barometers 2019 des Deutschen Krankenhausinstituts hervor. Auf pflegesensitiven Allgemeinstationen mussten 23 % der Kliniken Betten sperren. 29 % mussten gesamte Bereiche zeitweise von der Notfallversorgung bei der Leitstelle des Rettungsdienstes abmelden.

DKG fürchtet nicht mehr steuerbare Auswirkungen 

"Diese Zahlen sind ein alarmierendes Zeichen, dass die Pflegepersonaluntergrenzen zu Einschränkungen bei der Versorgung führen", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß. "Wenn nun noch weitere Bereiche mit Untergrenzen arbeiten müssen und die Untergrenzen bei Intensivstationen, wie von den Krankenkassen gefordert, noch weiter verschärft werden, kann das nicht mehr steuerbare Auswirkungen haben."

Deshalb fordere die DKG das Bundesgesundheitsministerium auf, den Umstieg auf ein Pflegepersonalbedarfsbemessungsinstrument "jetzt" einzuleiten.

Mitte August hatte die DKG gemeinsam mit dem Deutschen Pflegerat und der Gewerkschaft Verdi Eckpunkte für ein solches Instrument vorgelegt, das letztlich Personaluntergrenzen ablösen soll.

Untergrenzen lösen Probleme in der Pflege nicht

Dass die Vorgaben zu Pflegepersonaluntergrenzen das Problem der Pflege nicht lösen können, werde laut Gaß daraus ersichtlich, dass aktuell bereits 65 – 70 % aller Kliniken Probleme mit der Besetzung freier Stellen in pflegesensitiven Bereichen haben. In der Pflege herrsche Vollbeschäftigung, es stünden auf dem Stellenmarkt nicht genügend Pflegende zur Verfügung.

Verdi sprach am Montag von einem "Teufelskreis aus schlechten Arbeitsbedingungen, fehlenden Fachkräften und steigender Belastung", der dringend durchbrochen werden müsse.

"Die Einführung der Personaluntergrenzen hat die dramatische Situation in der Pflege bestätigt. Doch sie stellt die Krankenhausversorgung vor ein Dilemma", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Statt die Versorgung sicherer zu machen, verschlechtere sie sich für die von den Untergrenzen ausgenommenen Bereichen.

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