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2. Kongress für Klinische Pflege

Maio: "Alle Disziplinen können von der Pflege lernen"

Die "Pflege steht quer zu unserer Zeit" – mit diesen Worten eröffnete der renommierte Ethiker und Mediziner Giovanni Maio am Donnerstag den 2. Kongress für Klinische Pflege an der Uniklinik Köln.

Konkret meinte er damit, dass die betriebswirtschaftliche Denkweise der heutigen Zeit im Widerspruch steht zu den spezifischen Aufgaben in der Pflege. Denn Pflege sei keine Verrichtungs-, sondern eine Beziehungsdisziplin. Das mache Pflege gleichzeitig nur bedingt messbar. Denn Pflege könne keinem Schema F, keiner linearen Vorgabe oder einer bestimmten Handreichungslogik folgen, wie es etwa in Naturwissenschaften oder unserer durchstrukturierten Gesellschaft generell ein beliebtes Paradigma sei.

Damit rutsche die Profession Pflege jedoch gleichzeitig in eine Defensivrolle. Dieser müsse sie selbstbewusst entgegentreten. Denn: "Alle Disziplinen können viel von der Pflege lernen", betonte Maio und erläuterte: "Pflegende müssen in steter Unkontrollierbarkeit professionell agieren." Indem Pflegende sich jeder Patientin und jedem Patienten individuell annähmen, bewiesen sie viel Kreativität. "Pflegende sind Meister im Wahrnehmen." Mit ihrem assoziativen Gespür sähen, fühlten, röchen und hörten Pflegende Befindlichkeiten der Patientin/des Patienten, die sonst niemand wahrnähme.

Indem sie diese verschiedenen Parameter zusammenfügten und jeweils auf diese/n eine Patientin/einen Patienten anwendeten, zeigten Pflegende größte Professionalität. Vieles sei in der Pflege eben nicht planbar, könne nicht stromlinienförmig abgearbeitet werden. "Pflege ist Interaktion, nicht bloße Aktion. Pflege muss Nähe liefern und gleichzeitig Distanz halten können. Pflege ist nicht nur Handlung, sondern Begleitung, es geht nicht um eine Zweckrationalität, sondern um ein Verstehen von Krankheit und Patient/-in", verdeutlichte Maio in seinem Plädoyer für professionelle Pflege – und das könne nicht vollumfänglich dokumentiert werden, wie betriebswirtschaftlich gern gewünscht.

Damit Pflegende ihren Beruf mit den nötigen "Ermessungsspielräumen" ausüben könnten, müssten sie ihre Professionalität selbst verteidigen.

Versorgungskonzepte für individuelle Patientengruppen

Wie kann die gesundheitliche Vorausplanung hochkomplexer Patientengruppen gelingen? Lena Werdecker von der Universität Witten/Herdecke zeigte, wie wertvoll Beratungsgespräche für Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz sein können.

Georg Galle von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe stellte ein aktuelles Projekt vor, das bis 2021 den Einsatz von Schlaganfall-Lotsen in der Region Ostwestfalen-Lippe untersucht. Für 12 Monate begleiten die Lotsen dort Patienten durch alle Phasen der Versorgung.

In 2 Workshop-Blocks stellten außerdem mehrere Pflegefachpersonen unterschiedliche Ansätze wissenschaftlichen Arbeitens vor. So ging es unter anderem um Literaturrecherchen, Journal Clubs und darum, wie wissenschaftliche Daten zu evaluieren, interpretieren und schließlich in die Praxis zu übertragen sind.

Mit rund 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gelang es den Veranstaltern, an den Erfolg des Vorjahrs anzuknüpfen.

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