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Care-Klima-Index 2018

Stimmung in der Pflege zunehmend schlechter

Die Stimmung unter Pflegenden wird zunehmend frostiger. Sie fühlen sich nicht ausreichend von der Politik vertreten, wirkliche Verbesserungen in ihrem Arbeitsalltag aufgrund politischer Initiativen nehmen sie nicht wahr. Das sind zentrale Ergebnisse des am Mittwoch veröffentlichten Care-Klima-Index 2018, der im Auftrag des Deutschen Pflegetags vom Befragungsinstitut Psyma Health & Care erstellt wurde. 

  • 74 % der Befragten gaben an, dass der Stellenwert des Themas Pflege in der Politik nur von niedriger Relevanz sei
    2017: 69 %
  • 60 % bewerteten die Bedingungen in der Pflege als "schlecht"
    2017: 51 %
  • die Versorgungsqualität wurde 2018 von 29 % als qualitativ mangelhaft angesehen
    2017: 24 %
  • 46 % gingen 2018 davon aus, dass die Pflegeversorgung nicht sichergestellt ist
    2017: 42 %
  • 38 % sahen den gesellschaftliche Stellenwert von Pflegenden geringwertiger als jenen anderer Berufsgruppen
    2017: 28 %

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, zeigte sich "erstaunt über die mehrheitlich kritischen Ergebnisse", stehe doch die Pflege ganz oben auf der politischen Agenda. Zentrale Themen blieben Fachkräftegewinnung und eine langfristige Berufsbindung, die im Pflegealltag spürbare Verbesserungen erreichen müssten.

"Die schon chronisch hohe Arbeitsbelastung prägt die Stimmung der Berufsgruppe und immer mehr Menschen erfahren die Probleme hautnah", äußerte sich der Präsident des Deutschen Pflegerats, Franz Wagner, am Mittwoch.

"Stimmungsbild ist Alarmsignal"

Dass die Pflegefachpersonen die wichtigen Aspekte Ansehen des Berufs, Versorgungsqualität, Zukunftsperspektiven, Arbeitsbedingungen und Personalausstattung spürbar schlechter als im Vorjahr einstufen, müsse als Alarmsignal gewertet werden, sagte die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe, Christel Bienstein. Die Pflegefachpersonen allein würden jetzt darüber entscheiden, ob die Anreize aus dem seit 1. Januar geltenden Pflegepersonal-Stärkungsgesetz reichen, sie in den Beruf zurückzuholen oder das Arbeitszeitvolumen aufzustocken.

Die Gewerkschaft Verdi hat angesichts der Umfrageergebnisse "schnelle und nachhaltig wirksame Maßnahmen zur Behebung des Pflegenotstands" gefordert. "Die Pflegenden stellen den politisch Verantwortlichen ein schlechtes Zeugnis aus. Die Regierung sollte sich das zu Herzen nehmen und sofort wirksame Maßnahmen auf den Weg bringen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Für den Care-Klima-Index 2018 wurden insgesamt 2.226 Personen befragt, darunter vor allem Pflegefachpersonen, aber auch Personen aus Ärzte- und Apothekerschaft, Industrie, Kostenträger, Verbänden und Kommunen. Seit 2017 soll mit dem Index jährlich die Stimmung in der Pflege ermittelt werden.

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