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Streiks in der Pflege

Verhärtete Fronten zwischen UKD, UK Essen und Verdi

Im seit Wochen andauernden Streit um eine Entlastung des Pflegepersonals an den Unikliniken Düsseldorf (UKD) und Essen verhärten sich die Fronten zunehmend. Nach Arbeitgeberangaben boten beide Kliniken in Gesprächen mit der Gewerkschaft Verdi an, zusätzliche Pflegestellen zu schaffen. Dennoch habe es keine Einigung gegeben, wie die Kliniken am Dienstag mitteilten. Verdi verweigere sich zum wiederholten Mal einer Lösung im Sinne der Beschäftigten. Diese erneute Blockade sei "absolut unverständlich". Das UKD spricht mittlerweile von einem "grausamen Gewerkschaftsstreik".

In einer rechtlich verbindenden Dienstvereinbarung seien "ganz konkrete Angebote" vom UKD-Vorstand unterbreitet worden. Dazu zählten Personalbemessungsverfahren, die Festlegung der Sollzahlen auf den Stationen, Personalbesetzungen in der Nacht, ein Konsequenzmanagement bei Personalausfall, 100 zusätzliche volle Pflegestellen und Schritte für eine verbesserte Ausbildung. Mit diesem Angebot sei man in vielen Punkten deutlich über den Vertrag hinausgegangen, den Verdi vor wenigen Wochen mit den Uniklinika in Baden-Württemberg geschlossen habe.

"Ich kann absolut nicht verstehen, warum Verdi dieses Angebot ablehnt. Im Sinne der Beschäftigten kann dies sicher nicht mehr sein", sagte der stellvertretende UKD-Vorstandsvorsitzende Ekkehard Zimmer.

Auch für das UK Essen ist der Streik "mittlerweile zum Selbstzweck einer Gewerkschaftspolitik geworden". Eine Vereinbarung sei "zum Greifen nahe" gewesen. "Wir sind bis an die Grenze des Möglichen und darüber hinaus gegangen, um unsere Beschäftigten insbesondere in der Pflege spürbar und nachhaltig zu entlasten", sagte der Ärztliche Direktor, Jochen A. Werner. Auch in Essen sollten unter anderem 100 zusätzliche Stellen in der Pflege geschaffen werden. Mit der Verweigerungshaltung von Verdi würden "Patienten instrumentalisiert, um eine ideologisch begründete, nicht lösungsorientierte Gewerkschaftspolitik für die Beschäftigten des bestreikten Standorts durchzusetzen".

Verdi hingegen macht die Arbeitgeberseite für die gescheiterten Verhandlungen verantwortlich. Noch am Freitag hätte Verdi begrüßt, dass 100 zusätzliche Pflegende in drei Schritten von den Arbeitgebern avisiert worden seien. "Beide Uniklinikvorstände sowie die Tarifgemeinschaft deutscher Länder sind den Nachweis schuldig geblieben, dass sie Entlastung wirklich nachhaltig schaffen wollen", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Wolfgang Pieper. Die Arbeitgeberseite habe plötzlich weitere inhaltliche Gespräche abgelehnt. Deshalb gingen die unbefristeten Streiks weiter. 

Lesen Sie mehr über Streiks in der Pflege, warum sich Pflegende beteiligen und was bisherige Streiks gebracht haben in der Titelstrecke der September-Ausgabe von Die Schwester Der Pfleger.

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