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Ärzte kritisieren Akademisierung in der Pflege

Die Kammerversammlung der Ärztekammer Westfalen-Lippe hat die zunehmende Akademisierung der Pflege scharf kritisiert. Außerdem hat sie gefordert, dass auch leitende Pflegefachpersonen wieder in der Versorgung tätig sein sollen. Die Akademisierung der Pflege habe inzwischen dazu geführt, dass immer mehr Pflegende nur noch administrativ tätig seien, berichtet das Ärzteblatt und bezieht sich dabei auf eine Aussage von Bernd Hanswille aus der Fraktion Marburger Bund. "In den Pflegeberufen ist es so, dass der leitende Anteil von seinem eigentlichen Sujet, nämlich zu pflegen, weit entfernt ist. Das ist bei Ärzten anders. Da müssen auch leitende Ärzte Nacht- und Wochenenddienste übernehmen und versorgen", so Hanswille nach Ärzteblatt-Angaben weiter.

Würden alle leitenden Pflegenden so arbeiten wie leitende Ärzte, wäre das Problem des Fachkräftemangels deutlich kleiner, sagte auch Thomas Gehrke von der Fraktion "Arzt im Krankenhaus".

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, der auf Einladung an der Kammerversammlung teilnahm, gestand ein: "Im Bereich Pflegemanagement haben sich Dinge entwickelt, bei denen man sich fragen muss, ob das der richtige Weg ist." Grundsätzlich sei er davon überzeugt, dass Pflegenden als zahlenmäßig größte Gruppe unter den Gesundheitsberufen "zugebilligt werden muss, mehr Aufgaben zu übernehmen". So könne etwa die Versorgung chronischer Wunden zu ihren Aufgaben zählen. Dazu müssten aber die Arbeitsprozesse in der Pflege neu geordnet werden. Pflegende erbrächten heute immer noch Dinge, für die sie viel zu hoch qualifiziert seien. Diese Tätigkeiten sollten künftig von anderen Berufsgruppen übernommen werden, wie Servicekräften, die aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe kommen. 

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