Passwort vergessen
  • News

Krankenkassen warnen vor "Leerkauf der Altenpflege"

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) warnt vor einem noch größeren Personalmangel in der Altenpflege. Grund ist das Vorhaben von CDU/CSU und SPD, die Personalkosten der Pflege im Krankenhaus künftig in einem gesonderten Budget zu finanzieren, also außerhalb des DRG-Systems. "Es droht ein Rückfall in die Selbstkostendeckung", warnte Wulf-Dietrich Leber, Abteilungsleiter Krankenhäuser beim GKV-SV, am Mittwochvormittag auf einer Pressekonferenz. Selbstkostendeckung bedeutet, die Krankenhäuser bekommen sämtliche Ausgaben für ihr Pflegepersonal von den Krankenkassen finanziert, unabhängig davon, wie viele Patienten sie mit welchen Krankheiten behandeln.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat am Dienstag einen Entwurf vorgelegt, der im Wesentlichen die Eckpunkte vom Mai in Gesetzesform gießen soll. Aus Sicht des GKV-SV geht das Gesetzeswerk aber zulasten der Pflegeheime. "Die Krankenhäuser werden die Altenheime leerkaufen", warnte Leber. Außerdem drohe der Abbau von Personal in anderen Bereichen der Krankenhäuser. Dessen bisherige Aufgaben müssten dann wieder Pflegefachpersonen übernehmen. "Es lohnt sich nach dieser Regelung, dass die Krankenschwester wieder Spiegel putzt."

Leber äußerte sich auch zu den geplanten Personaluntergrenzen in den Krankenhäusern und benannte die Schwierigkeiten, diese einzuführen. "Pflege ist eine empirische Wüste", klagte Leber. "Wir haben keinen Überblick über die Stationsbesetzung. Wir wissen nicht, wo und wann Fehler geschehen. Wir haben kaum Studien zur deutschen Versorgungssituation. Und trotzdem sollen wir binnen Jahresfrist Pflegepersonaluntergrenzen festlegen." Ein Hauptproblem sei, dass es in den Krankenhäusern oftmals keine Verknüpfung von Dienstplänen und Belegungsstatistik gebe. "Es gibt ein extrem starkes Digitalisierungsdefizit", klagte Leber.

Der GKV-SV und die Deutsche Krankenhausgesellschaft haben sich bisher auf sechs Bereiche geeinigt, in denen künftig Untergrenzen gelten sollen. Allerdings liege der Teufel im Detail. Das beginne mit der Abgrenzung der pflegesensitiven Krankenhausbereiche – Abteilung oder Station. Leber plädierte für "eine schnelle Gesetzesänderung", mit der Gesundheitsminister Spahn die auch im Koalitionsvertrag vorgesehene Ausweitung der Pflegepersonaluntergrenzen auf alle Krankenhausbereiche ausweiten solle. 

Unsere Zeitschriften


DIE SCHWESTER DER PFLEGER

12x jährlich

Die Schwester Der Pfleger -
Deutschlands meistabonnierte Pflegezeitschrift

Pflegen­Intensiv

4x jährlich

PflegenIntensiv ist das Spezialmagazin für Pflegende auf Intensivstationen, in der Anästhesie und im OP

Angehörige pflegen

4x jährlich

Angehörige pflegen ist auf die Bedürfnisse und Fragen pflegender Angehöriger zugeschnitten