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Größere Anstrengungen gegen Pflegenotstand gefordert

Angesichts des Pflegenotstands in Deutschland müssen aus Sicht von Verbänden und Gewerkschaft die Bemühungen für bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege verstärkt werden. Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden am vergangenen Samstag bekräftigten sie ihre Forderungen nach mehr Personal, Entlastung und angemessener Bezahlung.

Nach Einschätzung des Deutschen Pflegerats (DPR) klafft in Deutschland eine Personallücke von mehr als 100.000 professionell Pflegenden. DPR-Präsident Franz Wagner forderte deshalb von der Bundesregierung erneut einen "nationalen Masterplan zur Sicherung der pflegerischen Versorgung", der sich über einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren erstrecke.

Zahlreiche Beschwörungen und Danksagungen der Politik zum Aktionstag hülfen nicht weiter. Der Ansatzpunkt für eine gute pflegerische und medizinische Versorgung in Deutschland seien die Pflegenden. Alle gesetzlichen und sonstigen Initiativen müssten von diesem Punkt aus gedacht werden, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. "Dazu gehört unabdingbar auch, den professionell Pflegenden das Recht zu geben, über ihre eigene Profession mitzubestimmen", so Wagner.

Auch die rheinland-pfälzische Pflegekammer forderte erneut, ein "Jahrzehnt der Pflege" auf Bundesebene zu initiieren. Denn es brauche dringend gesetzliche Regelungen und Investitionen in Milliardenhöhe. Kammerpräsident Markus Mai sprach sich in diesem Zusammenhang für ein monatliches Gehalt examinierter Pflegefachpersonen von rund 4.000 Euro brutto aus.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi plädierte für verbindliche Personalvorgaben in der Pflege. "Klinikbetreiber und Pflegefirmen missbrauchen das Argument fehlender Fachkräfte als Ausrede gegen eine höhere Personalausstattung", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler. Die Bemühungen von Deutscher Krankenhausgesellschaft und Kassen für Personaluntergrenzen seien "völlig unzureichend". Klinikbetreiber sollten sich endlich ihrer Verantwortung stellen und für mehr Personal sorgen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will das Personal in den Pflegeheimen über die im Koalitionsvertrag vereinbarten 8.000 zusätzlichen Stellen hinaus aufstocken. "Mein Ziel ist, dass in jeder der 13.000 stationären Altenpflegeeinrichtungen in Deutschland zusätzliches Personal ankommt", kündigte er kürzlich im Nachrichtenmagazin Spiegel an.

Am Samstag demonstrierten auch mehrere Hundert Menschen in Berlin in einem "Walk of Care" für bessere Bedingungen in der Pflege. Rund 750 Teilnehmer beteiligten sich an der Protestaktion.

Einen Erfahrungsbericht dazu lesen Sie in Kürze auf BibliomedPflege.

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