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OP-Barometer 2017: unzufriedene Pflegende, sinkende Leistung

Personalknappheit, schlechte Organisation und Defizite in der Unternehmenskultur belasten Pflegeteams in den Operationssälen deutscher Kliniken. Das sind erste Ergebnisse des neuen "OP-Barometers 2017", die die Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) am Montag veröffentlicht hat.

Knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) gibt demnach an, dass die Patientengefährdung ihrer Einschätzung nach in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Von den Befragten, die in großen Kliniken mit neun bis zwölf oder mehr Sälen tätig sind, trifft über die Hälfte eine solche Aussage.

Die genannten Gründe dafür sind fehlendes Pflegepersonal und eine hohe Krankenquote (65 Prozent). Nur 28 Prozent sind der Ansicht, dass die Besetzung des Pflegepersonals ausreichend ist, um den Klinikalltag bewältigen zu können. 35 Prozent geben sogar an, sich mit Mobbing auseinandersetzen zu müssen.

Pflegende in größeren OP-Bereichen bewerten ihre Leistungsfähigkeit zudem negativer als ihre Kollegen in kleineren Sälen. "Strukturelle Defizite im Hinblick auf die Personalführung und -ausstattung" dürften hierfür die Gründe sein, sagte Studienleiter Thomas Busse.

Nur 61 Prozent der Befragten sind mit ihrem Arbeitsplatz zufrieden, 2011 waren es noch 71 Prozent. Besonders hoch ist die Unzufriedenheit in großen Kliniken. Gleichzeitig ist das Vertrauen in die eigene Qualität in einigen OP-Bereichen nicht besonders ausgeprägt. So würden sich nur etwa 62 Prozent aus fachlicher Hinsicht in ihrem OP operieren lassen, am wenigsten würde dies das Pflegepersonal der großen Kliniken mit über zwölf Sälen tun. Aus dem Blickwinkel der Organisation würde nur rund die Hälfte der Befragten ihr Krankenhaus für eine OP empfehlen. Dabei sind es vor allem die Mitarbeitenden der großen Kliniken, die den Organisationsgrad ihrer OP-Bereiche als eher nicht gut einschätzen. Das zeige sich in höheren Wartezeiten oder einer schlechten OP-Plangestaltung, so Busse.

Die UAS bringt im Rhythmus von zwei Jahren das OP-Barometer heraus, für das Pflegende aus dem Operations- und Anästhesiebereich zu ihrer Arbeitssituation befragt werden. An der nun sechsten Befragung nahmen mehr als 1.950 Pflegende teil. Das sind 14 Prozent mehr gegenüber dem letzten OP-Barometer 2015.

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