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Personaluntergrenzen: GKV-SV räumt Risiken ein

Die in der vergangenen Woche vereinbarten Bereiche für Personaluntergrenzen in der Pflege sieht der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-SV) durchaus auch kritisch. So bestehe die Gefahr eines Verschiebebahnhofs. Definierte Pflegepersonaluntergrenzen in pflegesensitiven Bereichen könne eine Klinik formal damit erfüllen, „dass sie Personal aus anderen Bereichen abzieht, obwohl dort dann eventuell neue Lücken entstehen“, sagte die stellvertretende Pressesprecherin des GKV-SV, Ann Marini, gegenüber BibliomedPflege. Ebenso könne die Klinik Patienten mit hohem Pflegebedarf in einen Bereich verlegen, der nicht als pflegesensitiv deklariert wurde.

Eine weitere „Umgehungsstrategie“ sei, Aufgaben, die Pflegende eines pflegesensitiven Bereichs bislang nicht übernommen hätten, auf diese zu verlagern und im Gegenzug anderes Personal abzubauen.

„Es gibt zahlreiche Wege für Kliniken, das angestrebte Ziel einer verbesserten Versorgung zu konterkarieren. Solche und weitere Umgehungsstrategien der Kliniken haben wir im Blick und werden bei den noch andauernden Gesprächen mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) genau darauf achten“, so Marini weiter. Ein wirksames Mittel sei beispielsweise bei der Personalausstattung der Kliniken insgesamt für mehr Transparenz zu sorgen.  

Letztlich liege die Verantwortung für eine gute pflegerische Versorgung in den Kliniken bei dem Krankenhausmanagement. „Hier sehen wir bisher Defizite, die künftig mithilfe von Personaluntergrenzen abgebaut und beseitigt werden können.“ Es obliege dem Klinikmanagement dafür zu sorgen, dass die Qualitätsvorgaben eingehalten würden. „Die Umsetzung wird zeigen, ob dies zu einem Stellenaufbau führt oder ob die möglichen Umgehungsstrategien dazu führen werden, dass das Ziel verfehlt wird.“

Der Gesetzgeber hatte GKV-SV und DKG aufgefordert, sich bis zum 30. Juni 2018 auf detaillierte Personalvorgaben zu einigen. Die in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Bereiche für diese Personalvorgaben seien deshalb gewählt worden, um der vom Gesetzgeber geforderten „Konzentration auf pflegesensitive Bereiche“ gerecht zu werden, erläuterte Martini.

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