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Charité und Verdi verhandeln, Streiks abgesagt

Der für diese Woche angekündigte Streik der Pflegenden an der Charité – Universitätsmedizin Berlin findet nicht statt. Die Tarifkommission der Charité-Beschäftigten habe beschlossen, die Streikaktivitäten vorerst zurückzustellen. Das berichtete die Berliner Morgenpost am Mittwoch und beruft sich dabei auf Aussagen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi von Montagabend. Verdi sei beauftragt, "sich konstruktiv kritisch mit angemessenem Misstrauen auf einen Verhandlungsprozess einzulassen“. Die Bereitschaft, den Streik wiederaufzunehmen, sei unter den Mitarbeitern aber "unvermindert hoch". Bis Mitte November erwarte man konkrete Ergebnisse.

Verdi hatte den Tarifvertrag im Sommer dieses Jahres ausgesetzt und kritisierte, die getroffenen Vereinbarungen würden nicht eingehalten. Die Gewerkschaft forderte konkrete Sanktionsmöglichkeiten, wenn die vereinbarte Zahl an Pflegenden nicht eingesetzt wird. Die Charité lehnte einklagbare Sollschichtbesetzungen indes ab und argumentierte, offene Stellen beim Pflegepersonal nicht besetzen zu können, weil geeignete Bewerber fehlten.

Am vergangenen Freitag setzten sich beide Seiten erneut an den Verhandlungstisch, dabei kam offensichtlich Bewegung in den festgefahrenen Streit. Bei den „sehr konstruktiven Verhandlungen“ sei es zu einer „vorsichtigen Annäherung der Standpunkte gekommen“, so der Ärztliche Direktor der Charité, Ulrich Frei. 

Die Charité habe Entgegenkommen signalisiert, so Verdi anschließend. Der Tarifvertrag wurde daraufhin wieder in Kraft gesetzt. Das ist wichtig, weil die Charité seit 1. Oktober dem Kommunalen Arbeitgeberverband angehört und dieser einen solchen Vertrag vermutlich nicht verhandelt hätte.

Unterdessen wurde bekannt, dass in Berlin rund 4.000 Pflegestellen neu besetzt werden müssen. Laut einer Prognose der Senatsverwaltung gebe es im kommenden Jahr einen Bedarf von rund 47.700 Pflege- und Pflegehilfskräften. Das berichtete unter anderem die Berliner Morgenpost. Tatsächlich gebe es derzeit aber nur 43.500 Arbeitnehmer in diesen Bereichen.

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