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  • 30.05.2018
  • Praxis

DGF-Nachwuchsförderpreis

"Das hat sich verdammt gut angefühlt"

Niklas Wiechert hat 2016 den Nachwuchsförderpreis der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) gewonnen. Wir haben den 27-jährigen Gesamleiter der Anästhesie- und OP-Pflege am Universitätsklinikum Münster (UKM) gefragt, was das für seine Karriere bedeutet hat.

Herr Wiechert, 2016 haben Sie den DGF-Nachwuchsförderpreis gewonnen. Hat dieser Preis Ihre Karriere gepusht?

Im Nachhinein kann ich sagen, dass der Preis einen erheblichen Einfluss auf meine weitere berufliche Laufbahn hatte – mehr als ich mir das hätte ausmalen können.

Inwiefern?

Der Nachwuchsförderpreis hat meine Arbeit aufgewertet. Zwar würde ich weniger sagen, dass ich meine jetzige berufliche Position nur bekommen habe, weil ich den ersten Platz im Wettbewerb belegt habe. Aber der Preis hat zumindest viele Türen für mich geöffnet und war Prämierung sowie Bestätigung für meine Arbeit.

Welche Arbeit hatten Sie seinerzeit vorgestellt? Sie mussten sich gegenüber zwei Mitstreitern durchsetzen.

Ja, genau. Mein Thema war das Prewarming in der Anästhesie. Dazu habe ich meine eigene kontrollierte Studie an 80 Patienten vorgestellt. Das Ergebnis war, dass auch wenn sich im Vergleich zur Kontrollgruppe keine signifikanten Temperaturunterschiede ergaben, das Prewarming dennoch deutliche Vorteile zeigte. Der Gewinn an Patientenkomfort ist enorm, die Rückmeldungen der Patienten waren durchgehend positiv. Ich habe mich lange sehr intensiv mit dem Thema beschäftigt. Der Lohn war nicht nur der Preis. Mittlerweile gelte ich als Experte zu diesem Thema am UKM. Wenn es um Wärme geht, rufen mich Kollegen an, auch Ärzte greifen auf meinen Rat zurück. Ich werde wirklich als Experte wahrgenommen. Das macht mich schon ein Stück weit stolz. Auch persönlich hat mich der Preis gestärkt.

Wie das?

Auf dem Deutschen Fachpflegekongress – Deutschen OP-Tag habe ich meinen ersten Vortrag vor großem Publikum halten müssen. Zwar hatte ich zuvor schon mal im eigenen Team gesprochen. Da stand ich aber maximal vor 50 Personen. Jetzt blickten auf einmal hunderte Augenpaare auf mich. Das ist schon was anderes. Ich war wirklich sehr aufgeregt. Aber ich war gut vorbereitet und kannte meine Präsentation aus dem Effeff. Im Vorfeld hatte ich sie vor Freunden vorgetragen. Das hat mir im entscheidenden Moment Sicherheit gegeben. Als schließlich bekannt gegeben wurde, dass ich gewonnen hatte, hat sich das schon verdammt gut angefühlt.

Wie ging es für Sie weiter, nachdem Sie den Preis gewonnen haben?

Das Echo auf meine Arbeit war überwältigend. Ich wurde auf zahlreiche Kongresse eingeladen, um auch dort meine Studie vorzustellen. Außerdem habe ich einige Fachartikel zum Thema publiziert. Das alles war mitausschlaggebend, dass ich nun seit Mai vergangenen Jahres die Anästhesie- und OP-Pflege am UKM leite. Ob der Preis allerdings auch ein Auswahlkriterium war, weiß ich nicht. Aber er hat zumindest Einfluss auf meine berufliche Weiterentwicklung gehabt. Auch im Studium habe ich davon profitiert.

Sie studieren berufsbegleitend Pflegewissenschaft im fünften Semester. Wie hat hier der Nachwuchsförderpreis eingewirkt?

Mein Forschungsprojekt – das ursprünglich während meiner Fachweiterbildung entstanden ist – konnte ich als Modulanerkennung einreichen. Hier hat die Auszeichnung eine wirklich wesentliche Rolle gespielt.

In diesem Jahr sind Sie wieder mit dabei auf dem DFK in Münster. Diesmal als Referent. Warum lohnt es sich, vorbeizukommen?

Ja, darauf freue ich mich schon. Ich werde ein Update geben in der Einlungenventilation. Dieses spezielle Beatmungsverfahren in der Thoraxchirurgie wird nicht in allen Häusern praktiziert. Ich spreche über Neuerungen in diesem Bereich und was beachtet werden muss. Genau an diesem Aspekt wird auch schon die Bedeutung des Kongresses deutlich: Der DFK ist ein sehr praxisnahes Forum, das gleichzeitig den Blick über den Tellerrand und einen engen Austausch mit Kollegen erlaubt. Über Vorträge mit anderen Teilnehmern ins Gespräch kommen, sich austauschen über Erfahrungen in anderen Einrichtungen – das ist schon sehr wichtig und wertvoll. Das weitet den eigenen fachlichen Horizont.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Wiechert.

 

Der DGF-Nachwuchsförderpreis

Der Preis der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste (DGF) wird traditionell im Rahmen des Deutschen Fachpflegekongresses (DFK) – Deutschen OP-Tags vergeben. In einem 20-minütigen Vortrag kämpfen drei junge Pflegende aus dem Bereich der Intensivpflege, Anästhesie oder OP-Pflege um den ersten Platz. Der Preisträger wird schließlich durch das Publikum ermittelt und am Ende des zweiten Veranstaltungstags bekannt gegeben.

Teilnehmen kann jede Fachpflegeperson, die maximal 30 Jahre alt ist und/oder die sich noch in der Weiterbildung befindet oder deren Fachexamen nicht länger als zwei Jahre zurückliegt.

Die Nominierten für dieses Jahr stehen bereits fest. 

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