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US-Studie

Videoüberwachung senkt Sturzrate

Kontinuierliche Videoüberwachung senkt das Sturzrisiko in Rehabilitationseinrichtungen um 25 Prozent und reduziert Sitzwachenstunden um 90 Prozent.

Ein pflegerisches Forschungsteam der Rehabilitationseinrichtung "Gaylord Specialty Healthcare" in Wallingford/Connecticut (USA) hat die Einführung eines kontinuierlichen Videoüberwachungsprogramms zur Sturzprävention untersucht [1]. Die prospektive Beobachtungsstudie verglich 20 Monate Programmdaten (Februar 2021 bis September 2022) mit 20 Monaten historischer Daten (Juni 2019 bis Januar 2021).

Stürze verursachen erhebliche Kosten und Risiken

Hintergrund der Studie: Stürze gehören zu den häufigsten vermeidbaren Ereignissen in Krankenhäusern und verursachen erhebliche Kosten und Risiken. In Rehabilitationseinrichtungen (longterm acute care hospitals, LTACH) sei das Risiko aufgrund der langen Aufenthalte und komplexen Therapien besonders hoch, so das Forschungsteam. Bisher seien zur Prävention oft kostenintensive Sitzwachen ("1:1 Sitter") eingesetzt worden. Zur kontinuierlichen Videoüberwachung kamen zwölf Geräte des US-Herstellers AvaSure zum Einsatz, die sowohl über eine Video- als auch Audiokommunikationsfunktion verfügen.

Ergebnisse der Untersuchung

Ergebnis der Studie: Die kontinuierliche Videoüberwachung führte zu einem Rückgang von Sturzereignissen um rund 25 Prozent (von durchschnittlich 17,2 auf 12,9 Stürze pro Monat). Sitzwachenstunden reduzierten sich um 90 Prozent (von 1.428 auf 140 Stunden pro Monat). Daraus resultierten geschätzte Einsparungen von über 3,2 Millionen US-Dollar. Im Interventionszeitraum seien 7.037 potenzielle Schadensereignisse aufgrund des Telemonitorings verhindert worden. Die Mehrheit der Befragten bewerteten die Erfahrung positiv, wenngleich einige Datenschutzbedenken äußerten.

Kontinuierliche Videoüberwachung sei eine effektive und kostensparende Alternative zu Sitzwachen, schlussfolgerte das Forschungsteam. Sie verbessere die Patientensicherheit und entlaste das Personal. Weitere Forschung, auch mit KI-gestützten Systemen und audiovisueller Interaktion, wird empfohlen. 


[1] Kalafus L, Hrdlicka HC, Lombardi J. Implementation of a Continuous Video Monitoring Program to Decrease Inpatient Falls in a Long-Term Acute Care Hospital Setting: A Prospective Observational Cohort Study. AJN 2025: 125 (12): 20–27

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