Die Vereinigung der Pflegenden in Bayern (VdPB) ist verwundert über den Antrag des Freistaats im Gesundheitsausschuss des Bundesrats, wonach die Länderkammer der PPR 2.0 nicht zustimmen soll. Beruflich Pflegende sähen den Einfluss ihrer Profession gefährdet, kritisierte die VdPB vor wenigen Tagen. Sie sei erstaunt über den Widerstand Bayerns und erwarte eine klare Positionierung des Freistaats zur von Pflegefachpersonen in der Akutpflege ausdrücklich gewünschten Umsetzung der PPR 2.0.
VdPB "überrascht" von Widerstand Bayerns
VdPB-Präsident Georg Sigl-Lehner sagte:
"Der Widerstand Bayerns im Bundesrat gegen die bundeseinheitliche Einführung des Personalbemessungsinstruments in den Krankenhäusern kam für uns überraschend, und wir bedauern sehr, dass wir so unsere fachliche Einschätzung im Vorfeld nicht einbringen konnten."
Der VdPB als bayerischer Vertretung der Profession Pflege lägen bis dato keine Dokumente vor, die den Umfang und die Begründung der Intervention Bayerns nachvollziehbar öffentlich zugänglich machen und erklären könnten. Erfahren habe die Vereinigung von dem Vorgang aus der Fachpresse.
Fachliche Auseinandersetzung verhindert
Die VdPB gibt zu bedenken, dass allein eine offene Kommunikation und eine bereits im Vorfeld klare Haltung Bayerns zur Personalbemessung im Krankenhaus eine fachliche Auseinandersetzung möglich gemacht hätten. In der Berufsgruppe entstehe nun aber der Eindruck, dass Mitsprache und Einfluss der Profession nicht gewollt seien.
Die PPR 2.0 sei ein Instrument, auf das sich alle Seiten hätten einigen können. Der Widerstand nun verhindere einen sachlichen Austausch auf Augenhöhe, der der Profession Pflege zustehe.