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Handreichung der DGP

Konzepte zum Umgang mit Suizidwünschen

Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin für Mitarbeitende der Hospizarbeit und Palliativversorgung.

Die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) hat in der Vorwoche eine Handreichung zum Umgang mit Anfragen zur Suizidassistenz veröffentlicht. Hintergrund sind die seit einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020 gestiegenen Anfragen sterbenskranker Menschen und deren Angehöriger nach einem assistierten Suizid. 

Die Empfehlungen richten sich u. a. an haupt- und ehrenamtliches Fachpersonal der Hospizarbeit und Palliativversorgung. Dazu sagte DGP-Präsidentin Claudia Bausewein:

"Suizidwünschen sollte immer mit Professionalität und Mitgefühl begegnet werden."

Die Würde eines Menschen bis ins Äußerste zu bewahren, könne eine große Herausforderung darstellen.

Haltung zur Suizidhilfe entwickeln

Fachpersonal und Institutionen der Hospizarbeit und Palliativversorgung sollten die eigene Haltung zum Suizid reflektieren und sich mit dem Thema Suizidhilfe und -prävention auseinandersetzen. Dazu gehöre das achtsame Erfragen und Dokumentieren von Todeswünschen sowie die Kompetenz, darüber wertfrei zu kommunizieren. Wesentlich sei auch die differenzierte Aufklärung und Beratung über Möglichkeiten der Symptomkontrolle und des freiwilligen Verzichts auf Essen und Trinken am Lebensende. Bausewein weiter:

"Die Assistenz beim Suizid, also die direkte Hilfe bei der Durchführung, ist grundsätzlich keine ärztliche Aufgabe oder Aufgabe der Hospiz- und Palliativversorgung. Dennoch dürfen wir nicht weghören, wenn Sterbewünsche geäußert werden."

Teams und Einrichtungen benötigten zeitnah Konzepte zum Umgang mit Suizidwünschen. Für Kooperationen mit Sterbehilfeorganisationen sei konkret zu klären:

  • Zutritt in eine Einrichtung
  • Duldung des assistierten Suizids in der Einrichtung
  • aktive Beteiligung von Mitarbeitenden an der Durchführung
  • Definition verbindlicher "roter" Linien, die keinesfalls überschritten werden dürfen

 

In der DGP-Handreichung finden Gesundheitsfachpersonen Hintergrundinformationen zur aktuellen Gesetzgebung und zur Suizidalität und Empfehlungen zu Gesprächsinhalten und verantwortungsvollem Umgang mit Anfragen.

Im konkreten Umgang mit Patientinnen und Patienten, die nach Suizidhilfe fragen, empfiehlt die DGP als Grundpfeiler:

  • Wahrnehmen und Erkennen der Wünsche
  • Verstehen oder Akzeptieren der Ursachen und Funktionen des Todeswunschs
  • Angebot der palliativen Begleitung und Beratung
  • Suizidprävention

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