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Patientensicherheit

Skabies-Ausbruch wegen fehlender Abklärung

Ein CIRS-Fall beschreibt einen Skabies-Ausbruch nach fehlender Abklärung von Hautbefunden. Mehrere Mitarbeitende infizierten sich. Experten fordern klare Standards.

Ein aktueller CIRS-Fall aus dem Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland beschreibt die verspätete Diagnose eines Skabiesbefalls und mehrere daraus resultierende Mitarbeiterinfektionen. 

Unklare Befunde – ausbleibende Konsile

Eine Patientin im Alter zwischen 81 und 90 Jahren wurde in sehr schlechtem pflegerischem Zustand aufgenommen. Das Pflegepersonal dokumentierte deutliche Hautläsionen, Kratzspuren und starken Juckreiz. Trotz dieser Hinweise erfolgte zunächst keine dermatologische Abklärung. Erst im Verlauf wurde Skabies diagnostiziert, woraufhin mehrere Beschäftigte Symptome entwickelten.

Die CIRS-Steuergruppe verweist darauf, dass die Hautveränderungen frühzeitig hätten abgeklärt werden müssen. Laut Kommentar sei offenbar "kein dermatologisches Konsil veranlasst" worden. Der fehlende Verdacht auf eine ansteckende Erkrankung führte dazu, dass Schutzmaßnahmen zunächst ausblieben und Personal exponiert wurde.

Übertragungsweg erfordert engen Hautkontakt

Zur Einordnung verweist das CIRS-Team auf den typischen Infektionsweg der Skabies: "In der Regel wird die Skabies durch direkten Haut-zu-Haut-Kontakt übertragen." Eine Infestation könne bereits durch "einen großflächigen, längeren und kontinuierlichen Haut-zu-Haut-Kontakt in der Größenordnung von 5 bis 10 Minuten" erfolgen. Textilien spielten bei der gewöhnlichen Skabies dagegen nur selten eine Rolle.

Für den Schutz des Personals seien Einmalhandschuhe sowie langärmelige Schutzkleidung erforderlich. Händedesinfektionsmittel wirkten dagegen nicht gegen Skabiesmilben.

Empfehlungen: Frühzeitige Abklärung und klare Standards

Die Steuergruppe betont, dass bei unklaren Hautbefunden zeitnah ein dermatologisches Konsil einzuleiten sei. Zugleich brauche es eindeutige klinikinterne Standards für den Umgang mit Skabies, einschließlich Abklärung, Schutzmaßnahmen, Isolierung und Umgang mit Kontaktpersonen.

Unterschieden werden müsse zudem zwischen gewöhnlicher Skabies und der hochkontagiösen Scabies crustosa, die eine umgehende Isolierung, umfassende Kontaktpersonennachverfolgung und zeitgleiche Behandlung aller betroffenen Personen erfordere.

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