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NRW

Situation in Kinderkliniken dramatisch

Fachkräftemangel, Krankmeldungen des Personals, Influenzawelle bei Kleinkindern – die Pflegekammer NRW warnt vor Versorgungsengpässen.

Die medizinische und pflegerische Versorgungslage in Kinderkliniken spitzt sich nach Ansicht der Pflegekammer Nordrhein-Westfalen (NRW) weiter zu. Es sei davon auszugehen, dass in den kommenden Wochen Kinder und Jugendliche im bevölkerungsreichsten Bundesland nicht mehr angemessen zu versorgen sind, warnte Kammerpräsidentin Sandra Postel am Dienstag.

Mehr in Training von jungen Pflegefachpersonen investieren 

Schuld seien die seit Jahren zunehmende Personalnot in der Pflege, Krankmeldungen des Personals und eine Influenzawelle bei Kleinkindern. Hinzu käme der bevorstehende Karneval. Postel sagte:

"Ich bin kein Freund von Alarmismus, aber was wir in den Kinderkliniken erleben, ist eine Katastrophe mit Ansage."

Bereits im Sommer hatte die Kammer gefordert, mehr Ressourcen in das Training von jungen Pflegefachpersonen fließen zu lassen und mehr in die Einbindung ausländischer Fachkräfte zu investieren. "Nur" eine Refinanzierung bestehender Stellen reiche nicht aus.

Gravierende bauliche Mängel 

Vielerorts hätten in NRW ganze (Intensiv-)Stationen früher als gedacht geschlossen werden müssen, weil Personal fehle. Kinder müssten mangels Betten in der Notaufnahme übernachten oder Kinder mit eigentlich intensivpflichtiger Sauerstofftherapie auf eine "Normalstation" verschoben werden.

"Freie Betten werden von den Klinikmitarbeitenden inzwischen NRW-weit gesucht, was nicht selten dazu führt, dass Kinder weit weg von ihren Eltern in anderen Kinderkliniken untergebracht werden müssen."

Hinzu kämen bauliche Mängel, die sich ungünstig auf die Arbeitssituation von Pflegefachpersonen und die Versorgungslage der jungen Patienten auswirkten. So gebe es in vielen Kinderkliniken zum Beispiel keine separaten Eingänge, um immungeschwächte Kinder vor Kindern mit Grippe zu schützen. Ebenso sei eine Isolation bestimmter Virenstämme auf Station mangels Platzes oftmals nicht mehr realisierbar.

Deshalb mahnte Postel an, die vom Land in Aussicht gestellten vier Milliarden Euro im Einvernehmen mit Kinder- und Jugendmedizinern in die Infrastruktur der Kinderkliniken zu investieren.

An Personaluntergrenzen festhalten 

Die aktuelle Situation sei insbesondere für gerade examinierte Pflegende schwer zu bewältigen. Eine Ausstiegswelle junger Pflegefachpersonen nach der Wintersaison sei zu befürchten, wenn nicht gegengesteuert werde.

So fordert die Pflegekammer die vor einigen Jahren eingeführte Personaluntergrenze auf den Stationen "auf jeden Fall" beizubehalten. Der Schlüssel von zu pflegenden Patienten pro Pflegefachperson dürfe nicht aufgeweicht werden – sonst verliere die Profession Pflege viele Pflegefachpersonen, "die vollends erschöpft aufgeben".

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