Bei der Lernmethode "One Minute Wonder" (OMW) werden komplexe Inhalte auf das Wesentliche reduziert und so aufbereitet, dass man sie in etwa einer Minute erfassen kann. Ziel: Lernen "nebenbei" ermöglichen – ohne extra Schulungstermine. Sandra Nobmann, Pflegedienstleiterin Pflegecontrolling und -entwicklung bei den Regio Kliniken, hat Nutzen und Akzeptanz von OMW als Fortbildungsmethode untersucht.
Frau Nobmann, seit wann setzen Sie OMW an Ihrer Klinik ein?
Systematisch seit eineinhalb Jahren.
Was bedeutet systematisch?
Alle sechs Wochen gibt es ein neues Poster. Es wird per E-Mail an alle Stations- und Funktionsleitungen geschickt sowie in unserer Mitarbeiter-App und unserem Intranet veröffentlicht.
Wie gehen Sie vor? Wer wählt die Themen aus und erstellt die OMW?
Beides mache ich selbst. Die Themen ergeben sich oftmals aus Fallanalysen und Pflegevisiten. Im vergangenen Jahr hatten beispielsweise retrospektive Dekubitusfallanalysen ergeben, dass klassifizierte Dekubitalgeschwüre der Kategorie 2 eigentlich als Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD) hätten eingestuft werden müssen. Also habe ich ein OMW zur IAD-Klassifizierung erstellt. Die Themen fliegen mir sozusagen zu – wenn es danach ginge, könnte ich jede Woche ein OMW erstellen (lacht). Auch im Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen ergeben sich oft Inhalte.
Sie haben den Nutzen der OMW an Ihrer Klinik evaluiert und für Ihre Arbeit den Posterpreis auf dem Sana-Kongress "Exzellenz in der Pflege" Anfang Mai in Berlin gewonnen. Was war Ihr Ergebnis?
Der Nutzen konnte bestätigt werden. So gaben 89 Prozent der 61 Teilnehmenden an, die OMW zu kennen und im Klinikalltag bewusst wahrzunehmen, 87 Prozent lesen die Inhalte bewusst. Was mich besonders gefreut hat: 85 Prozent stimmten der Aussage
zu, dass die Lernposter für die Pflegepraxis nützlich sind.