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Pflegewissenschaft

Pflegeteams stärken mit Intervisions-Trainings

Ein interdisziplinärer Forschungsverbund setzt auf Selbsthilfe für Pflegende, damit diese eigenständig psychosozialen Stress bewältigen können.

Hilfe zur Selbsthilfe als Antwort auf chronische Überlastung in der Pflege – das ist das Ziel eines interdisziplinären Forschungsverbunds. Mediengestützte sog. Intervisions-Trainings würden insbesondere für die psychosoziale Gesundheit von Pflegenden sorgen. Diese sollen nach erfolgtem Training eigenständig psychosozialen Stress bewältigen und ihre psychische Widerstandsfähigkeit achtsam regulieren können.

Kollegiales Team-Coaching

Das Projekt "Partizipativ-orientierte Intervision zur betrieblichen Gesundheitsförderung in diversitären Pflegeteams" (POINTED) ist ein gemeinsames Vorhaben des Hessischen Instituts für Pflegeforschung (HessIP) mit Sitz an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) und der Hochschule RheinMain (HSRM). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das auf 3 Jahre angelegte Vorhaben mit insgesamt rd. 710.000 Euro.

Leitfrage der Forschung ist nach Angaben der Frankfurt UAS: Wie können sich Pflegefachpersonen selbst stärken? Deshalb erfolge das kollegiale Team-Coaching ohne externe supervisorische Fachperson.

Auswirkungen von Stress auf die Pflegequalität

Für die Qualität der Pflege könnten nicht nur einzelne Fachpersonen verantwortlich gemacht werden, erläuterte die Professorin für Pflege- und Gesundheitswissenschaften an der Frankfurt UAS, Julia Lademann, am Donnerstag:

"Vielmehr muss die Zusammenarbeit im ganzen Pflegeteam und die hier vorherrschende Professionalität betrachtet werden. Starke Teams können mit herausfordernden Arbeitsbedingungen adäquat umgehen und Veränderungsprozesse selbst initiieren und einfordern."

Ein solch starkes und professionell handelndes Pflegeteam könne den beruflichen Belastungen besser entgegenwirken, Berufsflucht verhindern und Neulingen den Berufseinstieg erleichtern.

Immerhin jede dritte Pflegefachperson fühle sich während und nach der Arbeit häufig niedergeschlagen, nervös und gereizt, argumentierte Lademann. Stress und Überarbeitung hätten zur Folge, dass Stimmung, Arbeitsmoral und Pflegequalität sinken.

Trainings in Selbstpflege und Feedbackkultur

In Zusammenarbeit mit Pflegenden seien umfangreiche Trainingseinheiten entstanden, die sich in Einzel- und Teamtrainings gliederten. Aktuell laufe die Erprobungsphase. Im kommenden Jahr solle eine Evaluation im gesamten deutschsprachigen Raum erfolgen.

Die mediengestützten Einzeltrainings sollen teilnehmende Pflegende sensibilisieren für

  • Selbstpflege,
  • Selbstwirksamkeit,
  • Entwicklungspotenziale eines Teams.

Die 4 auf jeweils 2 Stunden ausgelegten digitalen Teamtrainings umfassen die Themenfelder

  • pflegerisches Selbstverständnis,
  • Feedbackkultur,
  • Dilemma der Pflegepraxis,
  • Anleitung zur kollegialen Beratung.

Aufruf zur Teilnahme

Mitarbeitende aus der Pflege in Akutkliniken, stationäre Einrichtungen und Altenpflegeheimen können sich ab sofort für die kostenlose Erprobung des Projektansatzes registrieren.

Interessierte Pflegende, die Erfahrungen in der Teamarbeit haben, können sich zudem per E-Mail melden, um sich an der Weiterentwicklung des Trainings zu beteiligen.

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