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Offener Brief wegen "prekärer finanzieller Situation"

Pflegestudierende bitten um Hilfe

Hilferuf: Ohne angemessene Vergütung für die praktische Ausbildung stehe die Akademisierung der Pflege vor dem "Aus".

Pflegestudierende der Alice-Salomon-Hochschule, der Charité – Universitätsmedizin Berlin und der Evangelischen Hochschule Berlin haben in einem offenen Brief an die Verantwortlichen in Senat, Abgeordnetenhaus und Bundestag auf die prekäre finanzielle Situation ihres Studiums hingewiesen.

Studierenden haben sich zu Taskforce zusammengeschlossen

Die Studierenden – dich sich zu einer "Taskforce Pflege-Bachelor" zusammengeschlossen haben – fordern eine angemessene Entlohnung. Sie wollen für sich die gleiche Vergütung von mind. rd. 1.000 Euro monatlich erwirken, wie sie Auszubildende in der Pflege und Studierende eines Hebammenstudiums erhalten – "sonst steht die so wichtige Akademisierung der Pflege bald vor dem 'Aus'".

Etwa 50 % ihrer Studienzeit arbeiten die angehenden Pflegefachpersonen in pflegerischen Schichtdiensten mit 40 Stunden pro Woche, die andere Hälfte ist dem Studium an der Hochschule gewidmet. Für ihre Arbeit in der Pflege erhalten die Studierenden keine Vergütung. Vielmehr kommen zu diesen unbezahlten Arbeitsstunden noch die Semesterbeiträge von bis zu 350 Euro pro Halbjahr.

70-Stunden-Woche, kein Geld und hohe Abbrecherquote

Viele Studierende, die kein Bafög beziehen könnten und keine elterliche Unterstützungen bekämen, seien darauf angewiesen, nach einer unbezahlten 40-Stunden-Woche noch nachts oder am Wochenende zu jobben, heißt es in dem Mitte vergangene Woche veröffentlichten Brief.

Viele Studierenden hätte deshalb eine 50- bis 70-Stunden-Woche und lebten dennoch am Existenzminimum. Dies führe zu einer enormen emotionalen, körperlichen und finanziellen Belastung und dazu, dass viele Pflegestudierende ihr Studium abbrächen:

"In einigen Jahrgängen schon nach einem Jahr an die 50 %."

Die Studierenden betonen deshalb:

"Wir brauchen dringend ein tragfähiges Finanzierungsmodell für uns Pflegestudierende, sonst kommt die so wichtige Akademisierung der Pflege nur schwer voran und der Pflegenotstand steigt weiter."

Unterstützung für ihre Forderung bekommen die Studierenden vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordost.

Jetzt gegensteuern, um Akademisirungsquote von 10 % erreichen zu können

Wenn Deutschland den Empfehlungen des Wissenschaftsrates wirklich nachkommen und die Quote von akademisierten Pflegefachpersonen auf 10 % anheben wolle, müsse jetzt dringend gehandelt und den Studierenden finanziell geholfen werden, sagte die stellvertretende Vorsitzende des DBfK-Nordost und Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin, Katja Boguth.

Ohnehin gäbe es nicht ausreichend Lehrstühle für Pflegestudiengänge. Wenn den vorhandenen Lehrstühlen auch noch die Studierenden wegbrächen, weil die Belastungen zu groß seien, würde damit das Ende der Studiengänge eingeläutet.

"Die Weichen für die pflegerische Versorgung der Zukunft werden auch an den Hochschulen gestellt, die politisch Verantwortlichen müssen das jetzt erkennen und endlich handeln!"

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