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Personalausstattung in Hämatologie und Onkologie

Pflegende müssen ihre Tätigkeiten priorisieren

Eine Umfrage der DGHO zeigt: Pflegefachpersonen in der Hämatologie und Onkologie sind gezwungen, viele Tätigkeiten der Patientenbehandlung nicht auszuführen.

Pflegepersonal in der Hämatologie und Onkologie ist aufgrund fehlenden Personals bzw. wegen Zeitmangels gezwungen, viele Tätigkeiten der Patientenbehandlung nicht auszuführen. Das legen jetzt veröffentlichte Ergebnisse einer nicht repräsentativen Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) nahe.

Demnach war für 56 % der auf hämatologischen und/oder onkologischen Stationen in Universitätskliniken oder in kommunalen/kirchlichen Krankenhäusern tätigen Pflegenden der Versorgungsaufwand zu groß. Für 28 % entsprach der Versorgungsaufwand dem, was gerade noch zu leisten war. Nur für 16 % der Befragten war der Arbeitsaufwand gut zu bewältigen.

Keine Zeit für Beratung und emotionale Unterstützung

Besonders oft fehlte die Zeit für Zuwendungen und Gespräche (63 %) oder Dokumentation von Pflegearbeiten (43 %). Auch schnelle Reaktionen auf Klingeln (39 %) sowie Entwicklung und Aktualisierung von Pflegeplanungen (35 %) konnten oft nicht erledigt werden.

Am seltensten wurden Behandlungen und Prozeduren (8 %), die vitale Überwachung (15 %) oder das Schmerzmanagement (14 %) bei knappen Zeitressourcen vernachlässigt.

Die DGHO verschickte im Erhebungsjahr 2019 einen Online-Fragebogen an ca. 3.400 ärztliche DGHO-Mitglieder. 585 vollständig ausgefüllte Fragebögen flossen in die Auswertung ein. Nach Angaben der DGHO wurden bislang keine Daten speziell zur Personalausstattung und den Arbeitsbedingungen in der onkologischen Pflege erhoben. 

Personalgrenzen unter erforderlichem Bedarf

Zwar galten zum Zeitpunkt der Befragung noch nicht die Vorgaben für Pflegepersonaluntergrenzen in der Inneren Medizin und damit für die Onkologie – diese wurden erst 2020 vom Bundesgesundheitsministerium definiert.

Allerdings: Die Personalgrenzen lagen offensichtlich bereits 2019 unter dem erforderlichen Bedarf, denn ansonsten wären die Pflegenden nicht gezwungen gewesen, Tätigkeiten wegzulassen.

Das Autorenteam der Umfrage sieht darin den Hinweis gegeben, dass mit den gesetzlich definierten Personaluntergrenzen keine Versorgung von Patientinnen und Patienten möglich ist, wie sie eigentlich notwendig wäre.

Bereits die Studienreihe "RN 4 Cast (Registered Nurse Forecasting)" belegte, dass die Pflegepersonalausstattung mit dem Wohlbefinden sowie der Sicherheit von Patientinnen und Patienten korreliert.

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