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Internationale Studie

Pflegemangel: Mehr Nachwuchs allein reicht nicht

Wer den Pflegemangel bekämpfen will, muss nicht nur neue Fachkräfte gewinnen, sondern vor allem dafür sorgen, dass sie im Beruf bleiben, zeigt eine internationale Analyse aus 42 Ländern.

Eine internationale Studie warnt davor, den weltweiten Pflegemangel allein durch Werbekampagnen für den Beruf bekämpfen zu wollen. Entscheidend sei vielmehr, die Arbeitsbedingungen so zu verbessern, dass Pflegefachpersonen langfristig im Beruf bleiben. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktuelles Evidenzpapier des Global Nursing Workforce Centre (GNWC), einer gemeinsamen Initiative des International Council of Nurses (ICN) und TruMerit.

Studie umfasst Daten aus 42 Ländern

Die Analyse wertete Forschungsergebnisse aus 42 Ländern aus und untersuchte, welche Faktoren die Attraktivität des Pflegeberufs für angehende und bereits tätige Pflegefachpersonen beeinflussen. Dabei zeigte sich: Die Gründe, warum Menschen sich für die Pflege entscheiden, sind oft dieselben, die darüber entscheiden, ob sie im Beruf bleiben.

Als stärkster Beweggrund für die Berufswahl gilt weiterhin der Wunsch, anderen Menschen zu helfen. Gleichzeitig beeinflussen Arbeitsbedingungen, Bezahlung, gesellschaftliche Wertschätzung, Karriereperspektiven und die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Pflege zu leisten maßgeblich die Entscheidung für oder gegen eine langfristige Tätigkeit in der Pflege.

Besonders problematisch seien Personalmangel, hohe Arbeitsbelastung und beruflicher Stress. Diese Faktoren hielten einerseits potenzielle Nachwuchskräfte von der Pflege fern und führten andererseits dazu, dass erfahrene Pflegefachpersonen den Beruf verlassen.

Ursachen für Berufsausstieg wirksam bekämpfen

Nach Ansicht der Autoren stehen Gesundheitssysteme weltweit deshalb vor einer grundlegenden Herausforderung: Neue Pflegekräfte zu gewinnen, werde nur begrenzte Wirkung entfalten, solange die Ursachen für den Berufsausstieg nicht wirksam bekämpft werden.

"Sich für den Pflegeberuf berufen zu fühlen allein stellt keine Mahlzeit auf den Tisch und schützt nicht vor Burnout", erklärte ICN-Geschäftsführer Howard Catton. Vor allem jüngere Generationen erwarteten heute faire Vergütung, flexible Arbeitsmodelle und Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig würden viele erfahrene Pflegefachpersonen durch die anhaltend hohen Belastungen aus dem Beruf gedrängt.

Die Studie zeigt zudem, dass die Erwartungen an den Pflegeberuf im Wandel sind. Aspekte wie Work-Life-Balance, flexible Arbeitszeiten und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten gewinnen für die Berufswahl und die langfristige Bindung an den Beruf zunehmend an Bedeutung.

Gute Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklung und Wohlbefinden sind entscheidend

Die Autoren fordern deshalb evidenzbasierte Personalstrategien, die nicht nur auf Rekrutierung, sondern gleichermaßen auf gute Arbeitsbedingungen, berufliche Entwicklung und das Wohlbefinden von Pflegefachpersonen setzen. Nur so lasse sich der globale Pflegemangel langfristig überwinden.

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