Anfang Juni haben in Schweden mehr als 3.000 Pflegende für eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit gestreikt. Es war der erste Streik im schwedischen Gesundheitssystem seit 16 Jahren. Ziel: 15 Minuten weniger arbeiten pro Tag.
Die Gewerkschaft Vårdförbundet, die insgesamt rund 71.000 Beschäftigte im Gesundheitssystem vertritt, hatte nach Angaben von "Health Care Times" bereits im April damit begonnen, Überstunden zu verweigern. Allein im vergangenen Jahr sollen drei Millionen Überstunden zusammengekommen sein. Nachdem die Verhandlungen mit dem Verbund der Kommunen und Regionen erfolglos geblieben seien, seien die Pflegekräfte auf die Straße gegangen.
Forderung der Pflegekräfte: 15 Minuten weniger Arbeit pro Tag
Die Gewerkschaft fordere 15 Minuten weniger Arbeit pro Tag. Pflegekräfte sollen ihren Tag 7,5 Minuten später beginnen und 7,5 Minuten früher beenden dürfen. Auch mehr Urlaub und eine bessere Bezahlung zählen zu den Forderungen.
Die Online-Plattform zitiert Gewerkschaftschefin Sineva Ribeiro mit den Worten: "Wir wollen die Energie haben, um Vollzeit zu arbeiten, wir wollen nachhaltige Zeitpläne und vier Wochen durchgehenden Urlaub im Sommer. Wir wollen höhere Löhne, damit alles gleich ist."
Fast ein Drittel der Gewerkschaftsmitglieder arbeite in Teilzeit, was viele damit begründeten, dass sie nicht in der Lage sind, Vollzeit zu arbeiten. Vier von zehn jungen Menschen gäben an, dass sie nicht erwarten, ihr ganzes Berufsleben lang im Gesundheitssystem zu arbeiten. Gleichzeitig seien viele der Meinung, dass sie möglicherweise Vollzeit arbeiten würden, würden die Arbeitszeiten verkürzt.
Nun sollen Mediatoren versuchen, einen Kompromiss herbeizuführen.