Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen (NRW) hat Ergebnisse einer Mitgliederbefragung zur beruflichen Situation von Pflegefachpersonen veröffentlicht, die bereits 2025 vom Institut für Demoskopie Allensbach erhoben wurden. Demnach ist die Berufszufriedenheit der Pflegefachpersonen im Land gegenüber 2023 deutlich gestiegen. 63 Prozent bewerten ihre berufliche Situation positiv, vor zwei Jahren waren es noch 51 Prozent.
Kammer: andere Themen hatten Vorrang
Die Befragung wurde gemeinsam von den Pflegekammern NRW und Rheinland-Pfalz in Auftrag gegeben. Wie die Pflegekammer NRW auf Nachfrage von BibliomedPflege erklärte, werden die Ergebnisse dabei jeweils getrennt für die beiden Bundesländer erhoben. Die nun veröffentlichten Zahlen beziehen sich ausschließlich auf NRW.
Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz hatte die Ergebnisse ihrer landesspezifischen Auswertung bereits Ende August 2025 vorgestellt. Die Pflegekammer NRW greift die Resultate dagegen erst rund ein Jahr später öffentlich auf.
Auf Nachfrage erklärte die Pflegekammer NRW, die Ergebnisse der Allensbach-Studie künftig in mehreren Pressemitteilungen aufgreifen zu wollen. Die zeitliche Verzögerung begründete eine Sprecherin der Kammer damit, dass Themen wie die politische Arbeit der Kammer sowie Fragen der Anmeldung und Mitgliedsbeiträge in der Öffentlichkeitsarbeit bislang Vorrang gehabt hätten.
Die Veröffentlichung erfolgt in einer Phase, in der beide Pflegekammern verstärkt unter Druck geraten. In Rheinland-Pfalz bereitet die Landesregierung eine Mitgliederbefragung zum Fortbestand der Kammer vor. In NRW wächst vor allem seit Einführung der Mitgliedsbeiträge in diesem Jahr die Kritik von Teilen der Pflegefachpersonen. Gegen die Kammer richten sich unter anderem Demonstrationen sowie eine aktuell laufende Petition, die unter anderem eine Neubewertung der Kammer fordert.
Berufssituation besser, aber weiter Handlungsbedarf
Unabhängig von der Debatte um die Kammern selbst zeichnen die Allensbach-Daten für NRW ein insgesamt positiveres Bild der beruflichen Situation von Pflegefachpersonen. Gleichzeitig verweist die Kammer darauf, dass auch weiterhin Handlungsbedarf bestehe. So bewerteten etwa Pflegefachpersonen im Schichtdienst ihre berufliche Situation weiterhin kritischer als Kolleginnen und Kollegen, die nicht in Schichten arbeiten. Auch in Alten- und Pflegeheimen liege die Berufszufriedenheit trotz einer deutlichen Verbesserung noch unter dem Durchschnitt.