Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen (NRW) soll künftig die Berufserlaubnis für ausländische Pflegefachpersonen erteilen. Einen entsprechenden Antrag von CDU und Grünen hat der nordrhein-westfälische Landtag beschlossen. Das geht aus einer Mitteilung der Pflegekammer NRW hervor.
Bislang ist die Kammer bereits für die berufsbezogenen Fachsprachprüfungen zuständig. Künftig sollen Fachsprachprüfung und Berufserlaubnis nach Vorstellung des Landes aus einer Hand organisiert werden. Ziel ist, Anerkennungsverfahren zu beschleunigen und Verwaltungsabläufe zu vereinfachen. Wann die neue Zuständigkeit auf die Kammer übergeht, ist noch offen.
Fachsprachprüfung bereits bei der Kammer
Seit Januar 2024 führt die Pflegekammer NRW die Fachsprachprüfungen für ausländische Pflegefachpersonen eigenständig durch. Die Prüfungen auf dem Niveau B2 sollen sicherstellen, dass Pflegefachpersonen im Berufsalltag ausreichend kommunizieren können.
Pflegekammerpräsidentin Sandra Postel begrüßte die Entscheidung des Landtags. "Dass wir ausländische Kolleg*innen erfolgreich durch die Fachsprachprüfungen begleiten, gehört längst zu unseren wichtigsten Aufgaben. Dass wir perspektivisch auch die finale Berufserlaubnis erteilen, ist daher nur der nächste logische Schritt, um das gesamte Anerkennungsverfahren endlich zu entbürokratisieren", sagte sie.
Kritik aus der Opposition
Im Landtag war das Vorhaben nicht unumstritten. Nach Angaben der Pflegekammer bezeichnete die SPD-Fraktion die geplante Übertragung der Aufgabe als "ausgesprochen unglücklich".
Postel wies die Kritik zurück. "Während die Politik im parlamentarischen Klein-Klein verharrt und über mangelnde Akzeptanz debattiert, übernimmt die Pflegekammer in einer prekären Versorgungslage echte Verantwortung", sagte sie. "Es ist ein Widerspruch in sich, Entlastung zu fordern, sich dann aber gegen konkrete Schritte zur Entbürokratisierung zu stemmen."
Nach Angaben der Kammer sollen Fachsprachprüfung und Erteilung der Berufserlaubnis künftig digital gebündelt werden. Damit würden zentrale Schritte im Anerkennungsverfahren für internationale Pflegefachpersonen bei einer Stelle zusammenlaufen.