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Finanzierung

Viele Pflegeheime kämpfen mit Liquidität

Studie zeigt: Viele Pflegeheime kämpfen mit hohen Außenständen. Liquiditätsprobleme bedrohen die Versorgung und verschärfen den Mangel an Pflegeplätzen.

Die finanzielle Lage vieler Pflegeheime in Deutschland verschärft sich: Jedes fünfte Haus hat offene Forderungen von mindestens 100.000 Euro – und damit ein erhöhtes Insolvenzrisiko. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Montag veröffentlichte Studie von PwC Deutschland, für die mehr als 100 Heimleitungen befragt wurden.

Die Außenstände entstehen demnach vor allem durch verzögerte Zahlungen und komplexe Abrechnungsprozesse mit verschiedenen Kostenträgern. Einrichtungen müssten Personal- und Sachkosten deshalb häufig über Monate vorfinanzieren.

Hohe Außenstände gefährden Versorgung

Liquiditätsprobleme sind laut Studie nicht nur ein betriebswirtschaftliches Problem, sondern betreffen zunehmend die Versorgung: "Es ist klar absehbar, dass die Einrichtungen mit dem Angebot an stationären Pflegeplätzen nicht nachkommen können, weil die Voraussetzungen für deren Ausbau fehlen", sagte der Leiter Global Health Services bei PwC Deutschland, Michael Ey.

Der Druck wachse zusätzlich aufgrund der demografischen Entwicklung. Die Zahl der Pflegebedürftigen über 80 Jahre steige bis 2050 von derzeit rund 2,8 Millionen auf prognostizierte 4,4 Millionen. Gleichzeitig könnten rechnerisch etwa 275.000 Pflegeplätze fehlen – das entspreche rund 3.500 Heimen. Ey warnte: "Die wirtschaftliche Attraktivität zum Betrieb von stationären Pflegeeinrichtungen hat spürbar abgenommen; die Zahl der insolvenzbedingten Schließungen ist stark gestiegen. Das hat unmittelbare Folgen für die Versorgungssicherheit."

Sozialämter als größter Risikofaktor

Besonders problematisch ist laut den Befragten die Zusammenarbeit mit Sozialhilfeträgern. 55 Prozent der Heimleitungen sehen hier die höchsten offenen Posten. Gründe für Verzögerungen seien vor allem fehlende Unterlagen (60 Prozent) sowie unklare Zuständigkeiten und Kostenträgerwechsel (45 Prozent). Teilweise dauerten Zahlungen sechs bis zwölf Monate, in Einzelfällen sogar mehrere Jahre.

Auch bei Pflegekassen und Selbstzahlern entstünden Verwaltungsaufwände, allerdings bewerteten deutlich weniger Einrichtungen diese Gruppen als Hauptursache hoher Außenstände.

Bürokratie bindet Personal

Die Bearbeitung offener Forderungen kostet viel Zeit: Im Schnitt investierten Einrichtungen rund einen Arbeitstag pro Woche in entsprechende Aufgaben. Gleichzeitig arbeite nur etwa die Hälfte der Häuser konsequent mit standardisierten Prozessen.

Dadurch müssten die Pflegeheime in Vorleistung gehen und laufende Kosten zwischenfinanzieren. Der hohe Verwaltungsaufwand führe dazu, "dass Fälle liegenbleiben, Fristen verpasst werden und Eskalationen zu spät erfolgen".

Digitalisierung als möglicher Hebel

Kurzfristig könnten standardisierte Abläufe helfen, etwa bei Prüfung, Mahnwesen und Dokumentation. Mittelfristig sehen die Studienautoren vor allem in digitalisierten Prozessen Entlastungspotenzial.

Mehr als die Hälfte der befragten Heimleitungen wünscht sich entsprechende Lösungen. "Der eigentliche Hebel liegt in einer durchgängig digitalen Bearbeitung von Abrechnung, Forderungsmanagement und Zahlungszuordnung", sagte Ey.

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