• News
Pflegebudget

Studie warnt vor Risiken, DPR und DBfK drängen

Eine neue Befragung des Bundesverbands Pflegemanagement sieht das Pflegebudget als Stabilisator für Personal und Versorgung. Pflegerat und DBfK warnen vor Rückschritten und verlangen eine datenbasierte Weiterentwicklung mit klaren Qualitätszielen und Verzahnung zur Personalbemessung.

Eine neue Querschnittsbefragung des Bundesverbands Pflegemanagement und zwei aktuelle Positionspapiere des Deutschen Pflegerats (DPR) sowie des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK) unterstreichen die zentrale Rolle des Pflegebudgets für die Versorgungssicherheit in Kliniken. Die Verbände warnen vor Rückschritten bei einem Wegfall oder einer Deckelung und fordern eine verlässliche, datenbasierte Weiterentwicklung. 

Befragung: Pflegebudget stabilisiert Personal und Versorgung

Die bundesweite Querschnittsbefragung unter 76 Führungskräften des Pflegemanagements zeigt ein klares Bild: Das Pflegebudget wird von einem Großteil der Teilnehmenden als zentrales Fundament für Personal- und Stellenstabilität eingeschätzt. 89 Prozent der Befragten bewerten es demnach als "unverzichtbar für die Sicherstellung der pflegerischen Versorgung".

Besonders deutlich wird die Einschätzung zu den Personalindikatoren: Ohne Pflegebudget, so die Befragten, könnten viele Stellen nicht gehalten werden. Positive Effekte auf Pflegequalität und Patientensicherheit werden ebenfalls gesehen – wenn auch moderater als bei den personellen Effekten. 

Die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Pflegemanagement, Sarah Lukuc, zieht ein deutliches Fazit: "Die Befragung macht deutlich, dass ein Wegfall oder eine substanzielle Kürzung des Pflegebudgets mit erheblichen Risiken verbunden wäre." Sie warnt vor Versorgungseinbußen, Stellenabbau und einem Rückgang qualitätssichernder Maßnahmen.

Risikoszenario: Wegfall des Pflegebudgets könnte Lage weiter verschärfen

Die Befragung zeigt außerdem, dass Pflegemanagerinnen und -manager bei einem Wegfall des Pflegebudgets mit spürbaren Verschlechterungen rechnen:

  • Abbau von Stellen
  • Zunahme offener Vakanzen
  • Einschränkungen von Qualitätsprojekten
  • Höhere Belastung des vorhandenen Personals

Die Einschätzungen sind konsistent: Die Mehrheit sieht eine deutliche Verschlechterung der Versorgung, sollten Budgetanteile gestrichen oder erheblich gekürzt werden. Besonders hervorgehoben wird, dass das Pflegebudget dort am stärksten wirkt, wo Kliniken transparent mit den Mitteln umgehen und Pflegemanagement strukturiert einbinden. 

Lukuc fasst diese Perspektive so zusammen: "Das Pflegebudget wirkt – wenn es richtig eingesetzt wird." 

DPR: "Pflegebudget sichern und gezielt weiterentwickeln"

Der DPR warnt in einem "Expert:innenpapier" vor pauschalen Deckelungen und fordert, den Kostenanstieg transparent zu analysieren. "Wer jetzt das Pflegebudget pauschal deckelt oder abschafft, wiederholt die Fehler der Vergangenheit", betont DPR-Präsidentin Christine Vogler. Das Pflegebudget schütze seit 2020 die Pflege vor ökonomischem Druck und sei "kein Luxus, sondern ein bedarfsnotwendiges Instrument für sichere Patient:innenversorgung und stabile Pflegepersonalstrukturen". Der DPR plädiert für ein "lernendes System": regelmäßige, datenbasierte Überprüfung, Vermeidung von Fehlanreizen und Kopplung an pflegesensitive Qualitätsindikatoren. Zudem schlägt der Verband ein nationales Institut für Personalbemessung (InPeP) vor, um Daten unabhängig auszuwerten und Reformen zu fundieren. 

Historisch verweist der DPR auf massiven Stellenabbau im Pflegedienst nach Einführung der DRG, während der ärztliche Dienst deutlich ausgebaut worden sei – ein Befund, der die Notwendigkeit stabiler Pflegefinanzierung unterstreiche. Das Selbstkostendeckungsprinzip des Pflegebudgets sei deshalb ein "zentraler Schutzmechanismus"; eine Rückkehr in die reine DRG-Logik berge das Risiko erneuter Unterfinanzierung der Pflege. 

DBfK: Pflegebudget nicht als "Kostenfaktor" missverstehen

Parallel zur Veröffentlichung der Befragung und des Statements des Pflegerats hat auch der DBfK ein eigenes Positionspapier vorgelegt – und schärft den politischen Anspruch. DBfK-Präsidentin Vera Lux betont: "Das Pflegebudget bleibt unverzichtbar und darf in der aktuellen Debatte nicht als reiner Kostenfaktor verstanden oder politisch ausgehöhlt werden."

Sie verweist auf die fachliche Evidenz, dass Unterbesetzung zu Komplikationen, längeren Verweildauern und vermeidbaren Todesfällen führt – und zugleich die Belastung des Pflegepersonals erhöht. Aus Sicht des DBfK sei der Zusammenhang zwischen Personalausstattung und Versorgungsqualität "fachlich eindeutig belegt".

Der Verband fordert deshalb ein integriertes Gesamtkonzept aus drei Bausteinen:

  1. Pflegebudget als Finanzierungsrahmen
  2. Pflegepersonalbemessung (PPBV/PPR 2.0) zur Bedarfssteuerung
  3. Leistungsgruppen als strukturelle Qualitätsvorgaben

Diese drei Elemente seien – so der DBfK – systematisch miteinander zu verzahnen und nicht isoliert weiterzuentwickeln. 

Kostenloser Newsletter

  • 2x Wöchentlich News erhalten
  • garantiert kostenlos, informativ und kompakt
* Ich stimme den Bedingungen für den Newsletterversand zu. 

Bedingungen für Newsletterversand:

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Anmelden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass der Bibliomed-Verlag mir regelmäßig pflegerelevante News aus Politik, Wissenschaft und Praxis zusendet. Dieser Newsletter kann werbliche Informationen beinhalten. Die E-Mail-Adressen werden nicht an Dritte weitergegeben. Meine Einwilligung kann ich jederzeit per Mail an info@bibliomed.de gegenüber dem Bibliomed-Verlag widerrufen.