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Corona-Krise

Pflege- und Ärztevertreter schlagen Alarm

Der Fachkräftemangel in der Pflege tritt angesichts der Corona-Pandemie immer deutlicher zutage. Pflege- und Ärztevertreter sind massiv besorgt.

Der Handlungsdruck in der Pflege wird mit der zweiten Corona-Welle immer deutlicher. Zwar haben die Krankenhäuser im Frühjahr neue Kapazitäten auf den Intensivstationen geschaffen. Das nütze aber nichts, wenn Pflegefachpersonen massiv fehlten, betonte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Uwe Janssens.

Mehr als 3.500 Pflegefachpersonen fehlen auf Intensivstationen

Grob geschätzt fehlten bundesweit 3.500 bis 4.000 Fachpersonen für die Intensivpflege. Das sagte Janssens am Dienstag den Funke-Zeitungen.

"Binnen 10 Tagen hat sich die Zahl der Corona-Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden, auf rund 1.200 verdoppelt", mahnt auch die Pflegekammer Rheinland-Pfalz in einer Mitteilung von Mittwoch.

Für Pflegefachpersonen bedeute das eine immer größer werdende Arbeitsbelastung und ein erhöhtes eigenes Infektionsrisiko.

Wenn es zu wenig Pflegepersonal gebe, müssten alle planbaren Behandlungen, bei denen ohne großen Schaden abgewartet werden könne, verschiebbar sein, ohne dass dabei Einrichtungen aufgrund des bestehenden Finanzierungssystems nachhaltig in die Insolvenz getrieben würden, forderte Kammerpräsident Markus Mai.

Bevölkerung soll Kliniken und Pflegeeinrichtungen unterstützen

Um drohenden Versorgungsengpässen vorzubeugen, appellierte die Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, Nadya Klarmann, an die Bevölkerung: "Jeder einzelne ist in der Verantwortung, die Abstands- und Hygieneregeln nun so sorgfältig wie möglich einzuhalten. Wir haben es in der Hand, die Infektionszahlen jetzt gering zu halten." Das Einhalten der Regeln helfe dabei, die Belastung in den Kliniken und Pflegeeinrichtungen zu reduzieren. Nur so sei die pflegerische Versorgung angemessen sicherzustellen.

Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, rechnet damit, dass der Personalmangel in den Krankenhäusern bald massiv zutage tritt. "Sechs bis neun Prozent der Infizierten von heute werden in zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden müssen", prognostizierte Johna.

"Pro schwer krankem Covid-Patienten auf der Intensivstation wird eigentlich eine Pflegekraft benötigt", sagte Johna den Funke-Zeitungen.

Der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, bezeichnete den Engpass beim Pflegepersonal als "die zentrale Herausforderung, wenn die Patientenzahlen steigen". Die Kliniken müssten dann Personal umbesetzen und sich wie im Frühjahr auf die Versorgung von dringenden Fällen konzentrieren.

"Wir werden uns auf Wartezeiten bei der Regelversorgung ebenso einstellen müssen wie auf die Verlegung von Patienten aus hoch belasteten Standorten in entferntere Krankenhäuser", so Gaß ebenfalls in den Funke-Zeitungen.

Auch auf Normalstationen große Herausforderung

Der DKG-Chef warnte zugleich davor, allein die Lage auf den Intensivstationen zum Kriterium für die Beherrschbarkeit der Pandemie zu nehmen.

"Nicht alle Patienten, die mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen, müssen intensivmedizinisch behandelt werden." Nur jeder Fünfte müsse auf die Intensivstation. Doch auch auf den Normalstationen bedeuteten COVID-19-Patientinnen und -Patienten eine große Herausforderung für das Personal.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, warnt ebenfalls vor einer Überlastung von Intensivstationen v. a. in Europa und Nordamerika.

"Viele Länder auf der Nordhalbkugel sehen derzeit einen besorgniserregenden Anstieg von Fällen und Einweisungen ins Krankenhaus", so der WHO-Chef am Dienstag.

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