Pflege müsse als gesamtgesellschaftliche Aufgabe angesehen werden sowie grundsätzlich im politischen und allgemeinen Bewusstsein einen höheren Status erhalten. Diese Schlüsse zieht die Autorenschaft der 36-seitigen Denkschrift "Corona und Pflege: lessons learned. Zur Lage der Pflege in einer gesundheitlichen und gesellschaftlichen Krisensituation", die das Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) am Freitag veröffentlicht hat.
KDA-Vorsitzender, Helmut Kneppe, sagte:
"Die Analysen werden nicht jedem gefallen. Aber sie sind grundlegend und praxisnah. Sie legen offen: Wir müssen Pflege grundsätzlich neu denken."
Deutliche Korrekturen nötig
Mitautor der Denkschrift, Thomas Klie, forderte:
"Aus der Krise lernen, heißt für die anstehenden Reformen im Gesundheitswesen und der Langzeitpflege, dass der Pflege ein neuer Status zugestanden werden muss, ein Status, der die Pflege mit der Medizin gleichsetzt. Das ist aber nicht umsonst zu haben und erfordert deutliche Korrekturen in der Ausrichtung des deutschen Gesundheitssystems."
Solle Pflege den künftigen Herausforderungen gewachsen sein, so bedürfe es z. B. gezielterer Qualifikationen in den Pflegeberufen. Diese Qualifikation müsse auch eine stärkere berufliche Eigenständigkeit sowie "eine soziologisch differenzierte und kritische Selbstaufklärung" beinhalten.