Die pflegewissenschaftliche Organisation NANDA International beginnt am 1. Mai mit der offiziellen Umstellung ihres Markenauftritts und wird im Laufe des Jahres den Namen International Nursing Knowledge Association (INKA) annehmen. Das gab die Organisation auf LinkedIn und auf ihrer Website bekannt.
Gründe für die Umbenennung
Der Namenswechsel spiegele die kontinuierliche Weiterentwicklung ihrer Arbeit zur Förderung pflegerischen Wissens wider, ohne die seit Jahrzehnten etablierten Grundlagen für Pflegepraxis, -ausbildung und -forschung aufzugeben.
Zugleich soll die neue Bezeichnung die Unterscheidung zwischen der Fachgesellschaft und den von ihr betreuten Klassifikationen präzisieren: Während NANDA für die NANDA-I-Pflegediagnosenklassifikation steht und NANDA 360 den erweiterten, diagnosezentrierten Rahmen integrierter Klassifikationen bezeichnet, kennzeichnet INKA künftig die Organisation, die für Steuerung, Weiterentwicklung und Verbreitung dieser Inhalte verantwortlich ist.
Was ist NANDA International?
NANDA International mit Sitz in Kaukauna (US-Bundesstaat Wisconsin) gilt als eine der zentralen Organisationen der Pflegewissenschaft weltweit. Ziel ist die Vereinheitlichung der pflegediagnostischen Terminologie, um Pflegedokumentation und Pflegeprozess zu vereinfachen sowie pflegerelevante Daten besser statistisch auswertbar zu machen.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Weiterentwicklung der internationalen Klassifikation der Pflegediagnosen (NANDA‑I). Die Terminologie soll die klinische Entscheidungsfindung von Pflegefachpersonen abbilden, zur Professionalisierung der Pflege beitragen und eine konsistente Dokumentation unterstützen – auch im Hinblick auf Finanzierung, Forschung und digitale Anwendungen.
Studien zufolge ist NANDA‑I die weltweit am weitesten verbreitete Pflegediagnosenklassifikation; sie umfasst derzeit 216 Diagnosen und liegt in mehr als 20 Sprachen vor.
Organisation wurde 1982 gegründet
Die Wurzeln der Organisation reichen bis ins Jahr 1973 zurück, als sich Pflegewissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erstmals mit der systematischen Klassifikation von Pflegediagnosen befassten. 1982 wurde daraus die North American Nursing Diagnosis Association (NANDA) gegründet, 2002 folgte die Umbenennung in NANDA International.
Neben der eigenen Taxonomie arbeitet die Organisation seit Jahren an der Integration mit weiteren Pflegeklassifikationen, darunter der Nursing Interventions Classification (NIC) und der Nursing Outcomes Classification (NOC), die gemeinsam die sogenannte NNN-Taxonomie bilden.
"Pflegediagnosen sind die Sprache der professionellen Pflege"
Pflegediagnosen gelten als Schlüssel für eine wirksame, nachvollziehbare und wissenschaftlich fundierte Pflege – doch vielen ist ihre Bedeutung noch unklar. Im Interview mit Die Schwester | Der Pfleger erklärt Claudia Leoni-Scheiber, Präsidentin von ACENDIO (Association for Common European Nursing Diagnoses, Interventions and Outcomes) und international anerkannte Expertin für Pflegeklassifikationen, warum eine gemeinsame Fachsprache für die Pflege unverzichtbar ist, woher Pflegediagnosen kommen und wie verbreitet sie weltweit sind.