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Deutscher Pflegerat

Positionspapier zur pflegerischen Diagnostik veröffentlicht

Der DPR definiert pflegerische Diagnostik als "fachlicher Prozess, in dem Pflegefachpersonen Informationen erheben, pflegerische Bedarfe, Probleme, Risiken und Ressourcen ermitteln und fachlich beurteilen."

Der Deutsche Pflegerat (DPR) hat ein Positionspapier zur pflegerischen Diagnostik im Kontext des Gesetzes zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege (BEEP) veröffentlicht.

Das Gesetz sieht vor, dass entsprechend qualifizierte Pflegefachpersonen bestimmte, noch zu definierende "Leistungen der ärztlichen Behandlung im Rahmen der Leistungserbringung" nach "ärztlicher Diagnose und Indikationsstellung oder nach pflegerischer Diagnose durch die Pflegefachperson" erbringen dürfen.

Definitionen von pflegerischer Diagnostik und pflegerische Diagnose

Der DPR definiert pflegerische Diagnostik als "fachlicher Prozess, in dem Pflegefachpersonen Informationen erheben, pflegerische Bedarfe, Probleme, Risiken und Ressourcen ermitteln und fachlich beurteilen." Sie mache individuelle Pflegebedarfe sichtbar, strukturiere die fachliche Urteilsbildung und schaffe die Grundlage dafür, pflegerisches Handeln verantwortlich zu planen und durchzuführen.

Pflegerische Diagnose ist im Positionspapier als "ein Ergebnis der pflegerischen Diagnostik" beschrieben. "Sie beschreibt einen pflegerisch relevanten Zustand, ein Problem, ein Risiko, eine Ressource oder einen Unterstützungsbedarf, bildet aber nicht das gesamte pflegerische Leistungsspektrum ab."

Diagnostische Kompetenzen gezielt aufbauen

Weiter schreibt der DPR: "Pflegerische Diagnostik ist als Ausdruck professioneller Pflegeverantwortung klar zu stärken und als Teil der Pflegeprozessverantwortung und Vorbehaltsaufgabe sichtbar zu machen. Pflegerische Diagnostik ist die fachliche Basis, um pflegerische Eigenverantwortung, interprofessionelle Mitverantwortung und qualifikationsgebunden erweiterte Verantwortung in geregelten heilkundlichen Aufgabenbereichen systematisch wahrzunehmen."

Dies setze voraus, dass diagnostische, analytische und entscheidungsbezogene Kompetenzen systematisch aufgebaut, vertieft und wissenschaftlich abgesichert werden. "Das betrifft Ausbildung, Studium, Fort- und Weiterbildung ebenso wie Praxisanleitung und Management in den Einrichtungen."

Digitale Systeme seien so zu gestalten, dass sie "pflegerische Diagnostik unterstützen und nicht auf vorstrukturierte Klassifikationsraster reduzieren, die fachliche Beurteilungen ersetzen".

Einheitliche Fachsprache unverzichtbar

Ein "interoperabler pflegefachlicher Sprachraum" sei nötig, "damit pflegerische Diagnostik in digitalen Systemen verständlich, vergleichbar und sektorenübergreifend anschlussfähig" werde.  Dazu gehörten "normierte Begriffe, eine klare begriffliche Trennung zwischen pflegerischer Diagnostik, pflegerischer Diagnose, Pflegeklassifikation und Klassifikationssystemen sowie digitale Lösungen, die pflegefachliche Inhalte präzise abbilden".

Weil Pflege unterschiedliche Arbeitsfelder umfasse, sei eine einzelne Pflegeklassifikation als "alleinige Lösung"  nicht zielführend, so der DPR. Eine Referenzterminologie wie SNOMED CT  („Systematized Nomenclature of Medicine – Clinical Terms“) - die weltweit umfassendste, mehrsprachige klinische Terminologie für das Gesundheitswesen - ermögliche hingegen, unterschiedliche Pflegeklassifikationen und -fachsprachen anschlussfähig zu machen.

"Pflegediagnosen sind die Sprache der professionellen Pflege"

Pflegediagnosen gelten als Schlüssel für eine wirksame, nachvollziehbare und wissenschaftlich fundierte Pflege – doch vielen ist ihre Bedeutung noch unklar. Im Interview mit Die Schwester | Der Pfleger erklärt Claudia Leoni-Scheiber, Präsidentin von ACENDIO (Association for Common European Nursing Diagnoses, Interventions and Outcomes) und international anerkannte Expertin für Pflegeklassifikationen, warum eine gemeinsame Fachsprache für die Pflege unverzichtbar ist, woher Pflegediagnosen kommen und wie verbreitet sie weltweit sind.

     

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