Der Landespflegerat Baden-Württemberg (LPR) fordert eine eigenständige Selbstverwaltung für Pflege und erneuert seinen Appell an die Landespolitik. Die Pflege als größte Berufsgruppe im Gesundheitssystem brauche klare gesetzliche Strukturen und hoheitliche Aufgaben, um ihre Verantwortung verbindlich wahrnehmen zu können, argumentierte der LPR in der Vorwoche.
Eigenständige Strukturen gefordert
Der LPR fordert die Einrichtung einer eigenständigen Selbstverwaltungsstruktur, etwa als Körperschaft des öffentlichen Rechts oder in vergleichbarer Form. Ein solches Modell solle hoheitliche Aufgaben übertragen bekommen und damit Befugnisse erhalten, die bislang anderen Gesundheitsberufen vorbehalten seien. Zu den weiteren Forderungen zählt ein verbindliches Berufsregister für Pflegefachpersonen in Baden-Württemberg, um Transparenz, Qualitätssicherung und berufliche Steuerung zu ermöglichen.
LPR-Vorsitzender Ronny Brosende sagte: "Pflege trägt täglich Verantwortung: Im Alltag, im Krankenhaus, in der Krise, rund um die Uhr. Wer diese Verantwortung erwartet, muss der Pflege auch die nötigen Strukturen geben. Durch ein Berufsregister und eine eigene Selbstverwaltung."
Folgen fehlender Strukturen
Der Landespflegerat kritisiert, dass Entscheidungen häufig ohne ausreichende Beteiligung der Pflege getroffen würden. Dies beeinträchtige Qualität, Weiterbildung und Versorgungssicherheit. Die stellvertretende LPR-Vorsitzende, Anne-Katrin Gerhardts, ergänzte: "Wir erleben täglich, was passiert, wenn Pflege strukturell nicht mitgedacht wird: Entscheidungen werden über unsere Köpfe hinweg getroffen, Weiterbildung bleibt politisch steuerbar, Qualität wird nicht umfassend gesichert."
Signal für eine stabile Weiterentwicklung
Nach Ansicht des LPR kann eine moderne pflegerische Versorgung nur dann gewährleistet werden, wenn die Profession eigene Strukturen erhält, die unabhängig arbeiten und Verantwortung tragen. Dafür seien gesetzliche Grundlagen ebenso notwendig wie eine stabile Förderung bestehender berufspolitischer Strukturen.