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Forschung

KI-Roboter sollen Pflegewissen bewahren

Im Ladenburger Kolleg befassen sich Wissenschaftler mit dem Einsatz KI-basierter Robotik in der Pflegeausbildung, um wertvolles Erfahrungswissen vermitteln zu können. Die Daimler und Benz Stiftung fördert den Verbund für drei Jahre mit 1,5 Mio. Euro.

Erfahrene Pflegefachpersonen scheiden in den kommenden Jahren zunehmend altersbedingt aus dem Beruf aus. Ein neues Forschungsprojekt will deren praktisches Erfahrungswissen mithilfe von Sensorik, künstlicher Intelligenz (KI) und humanoider Robotik erfassen und für die Pflegeausbildung nutzbar machen. 

Das Projekt "Sensorgestützte Erfassung pflegerischen Erfahrungswissens und Vermittlung durch KI-basierte humanoide Robotik" wird im Rahmen der Förderlinie für Forschungsverbünde des "Ladenburger Kollegs" innerhalb der Daimler und Benz Stiftung mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert. Beteiligt sind das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, das Uniklinikum Erlangen, die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg sowie die Frankfurt University of Applied Sciences.

Fokus auf implizites Pflegewissen

Nach Angaben der Projektverantwortlichen soll insbesondere jenes Wissen erfasst werden, das sich nicht ohne Weiteres in Lehrbüchern beschreiben lässt. Dazu zählen Handlungsmuster, Bewegungsabläufe und situative Entscheidungen, die Pflegefachpersonen im Lauf ihrer Berufstätigkeit entwickeln.

"Die Expertise des situativen pflegerischen Erfahrungswissens umfasst zwei wesentliche Aspekte", erläutert Projektleiter Heiko Gaßner vom Fraunhofer IIS und dem Uniklinikum Erlangen. Dazu gehörten "das gedankliche Wissen, das auf der klassischen Berufserfahrung beruht, und darüber hinaus das verkörperte Bewegungswissen".

Mithilfe eines körpernahen Sensornetzwerks sollen reale Pflegehandlungen direkt am Körper erfahrener Pflegefachpersonen aufgezeichnet werden. Die gewonnenen Bewegungsdaten wollen die Forschenden analysieren und anschließend auf einen humanoiden Roboter übertragen.

Einsatz in der Pflegeausbildung geplant

Der Roboter soll künftig in Ausbildungssituationen unterschiedliche Rollen übernehmen. Nach Angaben des Forschungsteams könnte er Bewegungsabläufe demonstrieren und zugleich als pflegebedürftige Person Widerstände bei Mobilisationsmaßnahmen simulieren.

Grundlage dafür soll ein Datensatz pflegerischer Interaktionen sein, auf den eine KI zugreift. "Durch die Verbindung mit KI wird der Roboter zu einem intelligenten Lernpartner", so Gaßner.

Drei Jahre Forschungszeit

Das Vorhaben ist auf drei Jahre angelegt. Als Datenbasis sollen unter anderem digitalisierte Mobilitätseinschätzungen dienen, die Pflegefachpersonen am Uniklinikum Erlangen in den vergangenen zehn Jahren bei stationären Patientinnen und Patienten erhoben haben.

Hintergrund des Projekts ist der erwartete Fachkräftemangel in der Pflege. Nach Angaben der Stiftung gehen verschiedene Schätzungen davon aus, dass Deutschland bis 2050 zwischen 280.000 und 690.000 Pflegefachpersonen fehlen könnten.

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