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COVID-19-Pandemie

Keine Strategie in Sicht, um das Virus auszubremsen

DIVI und DBfK halten einen harten Lockdown für unausweichlich, um der zunehmend kritischer werdenden Corona-Situation Herr zu werden.

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen äußern sich Fachgesellschaften zunehmend besorgt. Statt Lockerungen sei ein harter Lockdown nötig. Darin sind sich die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) einig.

DIVI-Präsident Gernot Marx sagte vor wenigen Tagen:

"Wir rennen sehenden Auges ins Verderben."

Handeln dringend nötig

Nur weil die Bevölkerung des Lockdowns müde sei, könnten Bund, Länder und Kommunen bei Inzidenzen von 125, einem R-Wert von 1,2 und exponentiell steigenden COVID-19-Patientenzahlen auf Intensivstationen doch nicht darüber nachdenken, wie sich weitere Lockerungen durchsetzen ließen.

"Wir müssen von den hohen Zahlen runter! Jetzt. Augenblicklich."

Ein Zögern sei jetzt nicht zu verzeihen. Marx hält einen 2- oder 3-wöchigen harten Lockdown für unausweichlich.

"Wir alle wünschen uns unser altes Leben zurück. Aber wir sind gerade in der wohl kritischsten und entscheidendsten Phase der Pandemie. Harter Lockdown über die Osterferien – weil uns die britische Mutation keine andere Wahl lässt. Und dann können wir bei deutlich niedrigeren Inzidenzen mit Schnelltests, PCR-Tests, Impfungen und Apps wieder öffentliches Leben zulassen."

Auch der DBfK erkennt nach dem abgesagten Oster-Lockdown keine alternative Strategie, um die Infektionswelle mit der mutierten Virusvariante B.1.1.7 zu bremsen. Der dritten Welle werde "viel zu spät etwas entgegengesetzt". DBfK-Präsidentin Christel Bienstein betonte am Dienstag:

"Wenn ich sehe, dass noch immer bundeseinheitliche Strategien zur Eindämmung der weiteren Ausbreitung der gefährlichen Virusvarianten fehlen, frage ich mich, ob es überhaupt einen Plan gibt. Man muss den Menschen die notwendigen Schritte viel deutlicher erklären, dann wächst auch die Bereitschaft, Maßnahmen mitzutragen. Schon die Zeit vor Ostern hätte genutzt werden müssen, um der laufenden Welle entgegenzutreten. Hier einfach an die Eigenverantwortung zu appellieren, ist viel zu schwach und die beruflich Pflegenden müssen das ausbaden. Ich kann nur hoffen, dass die Menschen sich weiterhin von der Vernunft leiten lassen, statt das Erlaubte auszureizen."

Fahrlässige Diskussionen um Lockerungen 

Pflegende seien längst am Ende ihrer Kräfte und befürchteten, dass sie die vielen an der hochgefährlichen Variante erkrankten Menschen nicht hinreichend versorgen könnten, wenn die Zahlen weiter so stiegen.

Bienstein kritisierte scharf, dass bislang keine wirksamen Maßnahmen ergriffen wurden und sich stattdessen einige Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder in Diskussionen um Lockerungen überböten.

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