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Ausbildungsoffensive für Pflege

Giffey verteidigt "Ehrenpflegas"

Kritischer Austausch auf dem Pflegetag über die Pflegeausbildung, die Serie "Ehrenpflegas" und den Mangel an Pflegelehrenden.

Im Rahmen ihrer Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe hat die Bundesregierung bislang 111 Maßnahmen angestoßen. Viele gute Ansätze seien dabei, die Miniserie "Ehrenpflegas" gehöre allerdings definitiv nicht dazu, betonte Christine Vogler, Geschäftsführerin des Berliner Bildungscampus für Gesundheitsberufe, am Mittwoch auf dem Deutschen Pflegetag.

"Für eine gesamte Generation im Alter zwischen 15 und 25 Jahren wird ein Bild von Pflege transportiert, hinter dem niemand steht, den ich kenne", betonte Vogler und verdeutlichte:

"Dieser Beruf ringt seit 100 Jahren darum, Anerkennung zu bekommen und die Kompetenz zu zeigen, die er hat. Die Serie zerstört das mit fünf kleinen Minifolgen."

Nicht jede Werbung sei gute Werbung, ergänzte auch die Referentin der Junge Pflege des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe Nordost, Shirin Kreße.

"Wir enttäuschen jene, die in der Pflege sind, und jene, die in Pflege wollen und sich wegen der Serie für eine Ausbildung bewerben, die so nicht ist – das finde ich falsch."

Giffey: "Die Serie sorgt für viele Kontroversen, aber ich stehe dazu."

Die zuständige Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) sah das erwartungsgemäß anders und argumentierte: 

"Man kann zu der Serie stehen wie mal will. Aber mich beeindruckt, dass sich seit der Premiere über 30.000 Personen pro Woche auf unserer offiziellen Kampagnenseite 'Mach Karriere als Mensch' über den Pflegeberuf informieren."

Die Serie sorge für viele Kontroversen. "Aber ich stehe dazu", so die Ministerin. Vielleicht sei die Zeit gekommen, die Diskussionen um den Pflegeberuf – auch – auf einem anderen Weg als dem bislang bekannten zu führen. Das habe nichts mit Geringschätzung oder Verunglimpfung zu tun. Die Serie gehöre zu einem Maßnahmenpaket, das viele unterschiedliche Aktionen beinhalte, um die Ausbildungsoffensive für Pflegeberufe ins Gespräch zu bringen. 

Pflegeausbildung gewinnt an Zulauf

Mit dem Start der generalistischen Ausbildung in diesem Jahr habe die Pflege "eine echte Chance" erhalten, den Beruf attraktiver zu machen. Das Schulgeld sei abgeschafft und mehr als 57.000 Personen hätten im Schuljahr 2019/2020 eine Ausbildung in der Pflege angefangen. Das sei ein Anstieg um 5,9 % im Vergleich zum Vorjahr.

Bis 2023 sollen mind. 10 % mehr Ausbildungsplätze in der Pflege hinzukommen.

Ein Knackpunkt, um diese 10 % halten zu können, seien schon jetzt fehlende Lehrer in der Pflege, gab Vogler zu bedenken.

Knackpunkt Lehrpersonal

"Wir haben einfach zu wenige staatliche Hochschulen, die Lehrer ausbilden." 

Hier seien die einzelnen Bundesländer in der Pflicht gegenzusteuern.

8 Bundesländer böten aktuell keine Hochschulausbildung für Lehrer in der Pflege an. Außerdem gebe es keine Hochschule, die in Teilzeit im staatlichen Bereich ausbilde.

Pflegende im Beruf halten mit besseren Perspektiven

Für Kreße ist der wichtigste Punkt in der Ausbildungsoffensive, praxisbezogene Perspektiven zu schaffen.

"Es geht nicht nur darum, dass eine Person eine Fachweiterbildung absolvieren kann, sondern dass die Person danach auch tatsächlich mehr Kompetenzen zugestanden bekommt", sagt sie. Für Weiterbildungen – etwa auch ein Studium – müssten klare Definitionen vorliegen, welche fachlichen Tätigkeiten anschließend übernommen werden dürfen.

"Das ist die Perspektive, die wir brauchen, um auch mehr Menschen in der Pflege halten zu können – wenn man sich in seinem Beruf weiterentwickeln kann, ohne in eine Managementposition gehen zu müssen. Daran müssen wir arbeiten."

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