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COVID-19 als Berufskrankheit

Für Pflege Lehren aus der Pandemie ziehen

Künftig müssten valide Daten zu Infektionen, Hospitalisierungen und Sterbefällen unter beruflich Pflegenden erhoben werden, fordert der DBfK.

Beruflich Pflegende sind am häufigsten von COVID-19 als Berufskrankheit betroffen. Das belegen aktuelle Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), die der Zeit vorliegen.

Allein in den ersten 5 Monaten dieses Jahres hat die DGUV nahezu 64.000 anerkannte COVID-19-Erkrankungen verzeichnet. Das sind doppelt so viele Krankmeldungen wie sonst in einem gesamten Jahr. Seit Beginn der Pandemie wurden fast 160.000 berufsbedingte Corona-Erkrankungen angezeigt und etwas mehr als die Hälfte auch als solche anerkannt.

Niedrigschwellige psychosoziale Unterstützung nötig

Demnach gingen 37.784 Meldungen aus der Langzeitpflege, ambulanten und stationären Hospizversorgung bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege ein. 34.703 Anzeigen kommen von Beschäftigten in Kliniken – darunter ebenfalls Pflegende.

Für die Präsidentin des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), Christel Bienstein, ist klar:

"Die Kolleginnen und Kollegen tragen die Folgen einer fehlenden Pandemie-Strategie, die es auch in Deutschland längst hätte geben müssen. Sie dürfen jetzt nicht auch noch mit diesen Folgen alleingelassen werden."

Valide Datenerhebung speziell zu Zahlen in der beruflichen Pflege

Politik und Arbeitgeber seien aufgefordert, beruflich Pflegenden sofortige und niedrigschwellige psychosoziale Unterstützung anzubieten, um Infektionsfolgen und drohende Belastungsstörungen bewältigen zu können. Die Inanspruchnahme dieser Angebote sollte während der Arbeitszeit möglich sein.

Auch plädiert der DBfK für eine valide Datenerhebung. Denn diese sei zu Infektionen, Hospitalisierungen und Sterbefällen unter beruflich Pflegenden durch COVID-19 seit Beginn der Pandemie kaum möglich gewesen. Das Robert Koch-Institut differenziere nicht nach Berufsgruppen und Qualifikation.

Bienstein konkretisierte:

"Wir müssen aus dieser Pandemie lernen und dazu braucht es Daten. Für zukünftige Pandemien müssen wir wissen, ob Arbeitsort, Arbeitsbelastung und Qualifikation eine Rolle für das Infektionsrisiko spielen."

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