Fünf Wochen lang hat Auszubildende Michaela Zellmer gemeinsam mit ihrem Kurs eine dermatologische Station am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel mitorganisiert. Die angehende Pflegefachfrau berichtet, wie sie die Verantwortung erlebt hat und was sie aus dem Projekt für ihren Berufsstart mitnimmt.
Als wir in das Projekt gestartet sind, haben wir uns gefragt: Wie sollen wir schon nächste Woche eine ganze Station leiten? Wir hatten Respekt vor der Verantwortung und den neuen Aufgaben. Diese Unsicherheit legte sich jedoch schnell. Nach wenigen Diensten war ich überrascht, wie viel wir bereits übernehmen konnten. Schritt für Schritt sind wir in die neue Rolle hineingewachsen. Besonders deutlich wurde mir dabei, wie wichtig Teamarbeit ist. Mit Menschen zusammenzuarbeiten, die ich seit zwei Jahren kenne, hat Sicherheit gegeben und viel Spaß gemacht.
Herausforderung: Prioritäten setzen und den Überblick behalten
Wir übernahmen mehr Aufgaben als in regulären Einsätzen, standen häufiger im Austausch mit Ärztinnen und Ärzten und erhielten tiefere Einblicke in Organisation und Abläufe. Gleichzeitig blieb klar: Ich bin Auszubildende. Entscheidungen außerhalb meiner Kompetenzen habe ich an unsere examinierten „Schattenprofis“ weitergegeben.
Herausfordernd war vor allem, Prioritäten zu setzen, den Überblick zu behalten und auf ungeplante Situationen zu reagieren. Gerade dabei habe ich gelernt, dass nicht immer alles perfekt laufen kann. Diese Erkenntnis hat mir geholfen, selbstständiger zu werden und mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln.
Lernen, Verantwortung zu übernehmen
Durch das Projekt habe ich vor allem meine Organisations-, Koordinations- und Kommunikationsfähigkeiten gestärkt. Ich habe gelernt, selbstbewusster für meine Einschätzungen einzustehen und Verantwortung zu übernehmen. Diese Erfahrungen nehme ich mit in mein letztes Ausbildungsjahr. Vom regulären Praxiseinsatz unterscheidet sich das Projekt vor allem dadurch, dass man nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet. Dadurch verändert sich auch der Blick auf den Beruf.