Das an der Charité – Universitätsmedizin Berlin koordinierte Projekt EUCARE will in den kommenden drei Jahren ein internationales Weiterbildungsprogramm entwickeln und Intensivpflegende auf grenzüberschreitendes Arbeiten in Krisenfällen vorbereiten. Ziel sei ein Netzwerk spezialisierter, interkulturell geschulter Intensivpflegefachpersonen, die bereit seien, im Krisenfall – ähnlich wie der Corona-Pandemie – auch in anderen europäischen Ländern zu arbeiten, teilte die Charité kurz vor Jahreswechsel mit.
Auf Krisen vorbereitet sein
Initiiert wurde das Projekt vom an der Charité ins Leben gerufenen Pflegenetzwerk der European University Hospital Alliance (EUHA), einem Zusammenschluss von zehn führenden europäischen Universitätskliniken. Das Bildungsprogramm ERASMUS+ unterstützt das Vorhaben mit rund 400.000 Euro.
Teilnehmende Pflegefachpersonen sollen praktische Ausbildungsmodule absolvieren sowie an Workshops und Vorlesungen teilnehmen. Die Praxiseinheiten sollen in den jeweiligen teilnehmenden EUHA-Kliniken erfolgen und theoretische Lerneinheiten ergänzen. Geplant ist, alle Lerninhalte im Anschluss online und kostenlos auf einer europäischen Plattform zur Verfügung zu stellen.
Europäisches Nursing-Network im Aufbau
Darüber hinaus soll es ein Netzwerk für alle an dem Programm teilnehmenden Pflegenden geben, um den fachlichen Austausch fortzusetzen und auf Einsätze vorbereitet zu sein. Im Fall einer Pandemie, einer Katastrophe oder in anderen Krisenfällen sei das Netzwerk so schnell zu aktivieren.
Nach Charité-Angaben ist das Programm eines der ersten dieser Art in der Pflege. Charité-Vorständin für Personal und Pflege, Carla Eysel, sagte:
"Wir bieten länderübergreifende Ausbildungsmöglichkeiten in der Intensivversorgung und entwickeln gemeinsam evidenzbasierte Standards für die Pflege in Krisensituationen, die über das Programm hinaus Bestand haben sollen."