Eine alleinige Krankenhausreform ist nach Ansicht des Deutschen Pflegerats (DPR) zu kurz gedacht. Zwar sei diese Reform nötig, allerdings seien alle Sektoren mitzudenken – von der hausärztlichen Versorgung über die Pflege durch Angehörige, Pflegedienste, teil- oder vollstationäre Pflege bis hin zur Rehabilitation und den Krankenhäusern. Erfolge keine ganzheitliche Betrachtung, sei die nächste Krise direkt absehbar, argumentierte DPR-Vizepräsidentin Irene Maier in dieser Woche anlässlich der Bundespressekonferenz zum Thema "Versorgungsqualität und Behandlungserfolg – darum muss die stationäre Versorgung jetzt revolutioniert werden". Die Qualität der pflegerischen Versorgung sei dadurch stark gefährdet. Das wiederum habe direkte Auswirkungen auf Gesellschaft und Demokratie.
Krankenhausreform: alle Sektoren mitdenken
Maier sagte:
"Eine wirkliche Revolution im Pflege- und Gesundheitswesen packt das gesamte System an und überarbeitet dies. Derzeit wird jedoch weitgehend nur an den Krankenhäusern herumgedoktert."
Berufliche Pflege an Verhandlungstisch bringen
Eine nachhaltige Revolution müsse vom Volk ausgehen und für alle nachvollziehbar sein. Dafür sei eine klare und gemeinsame Kommunikation unerlässlich. Im aktuellen Reformprozess seien die beruflich Pflegenden erneut nur unzureichend in die Gespräche "hinter verschlossenen Türen" eingebunden.
"Wer von uns verlangt, die Neustrukturierung umzusetzen und zum Erfolg zu führen, muss von Anfang an auf unser Fachwissen zurückgreifen. Eine erfolgreiche Krankenhausrevolution ist ohne die Beteiligung der Pflegeberufe undenkbar."